Bald-Parteichef der CSU Guttenberg stichelt gegen Söder: Noch fehlt ihm das Format

Da gab's noch gemeinsame Fotos: Guttenberg (r.) und Söder im Jahr 2009. Foto: Armin Weigel/dpa

Bald wird Markus Söder zum Parteivorsitzenden der CSU gewählt. Nun hat sich Karl-Theodor zu Guttenberg zur Personalie geäußert – und dabei kritische Töne angeschlagen.

München/Frankfurt - Der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat die Eignung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder als CSU-Parteivorsitzender infrage gestellt.

"Die CSU muss sich vergewissern, wie tragfähig diese Lösung auf Dauer ist und inwieweit sich der neue Parteivorsitzende für diese große Aufgabe eignet", sagte Guttenberg "faz.net". "An das Format eines Franz Josef Strauß oder Theo Waigels reicht er bislang nicht heran. Das muss er aber, wenn er die CSU nicht zu einer Regionalpartei machen will."

Guttenberg: Empathie ist nicht Söders Stärke

Es sei "vermessen, die Schuld für das schlechte Ergebnis bei der Landtagswahl ausschließlich Horst Seehofer zuzuschieben", sagte Guttenberg. Es reiche nicht aus, etwa beim Thema Migration mit einer plumpen Rhetorik zu arbeiten. "Ein neuer Vorsitzender muss auch die nationale und internationale Dimension des Themas verkörpern." Vor allem müsse der neue Parteivorsitzende viel mehr in Berlin präsent sein, wo die Entscheidungen getroffen werden.

Der CSU-Vorstand hatte Söder am Montag wie erwartet einstimmig als Nachfolger von Seehofer für den Posten des Parteichefs nominiert. Guttenberg sagte "faz.net", es falle ihm schwer, Söder "die Wandlung vom geschickten, aber brachialen Machtpolitiker hin zum demütigen Teamspieler abzunehmen". Er sehe durchaus, dass Söder sich "neuerdings um einen versöhnlicheren Tonfall" bemühe. "Nur: Ein großer Parteivorsitzender hat auch die Gabe zur Empathie. Das war in den letzten 20 Jahren nicht gerade das herausragendste Wesensmerkmal von Markus Söder."

Guttenberg: Keine Rückkehr in die Politik

Guttenberg plant nach eigenen Worte keine Rückkehr in die deutsche Politik. "Ich bleibe ein politisch denkendes, kritisches Parteimitglied. Und ich bin weiter bereit, mich an der ein oder anderen Stelle mit meinen dürftigen Erfahrungswerten einzubringen. Aber darüber gibt es von meiner Seite weiter keinerlei Ambitionen." Der CSU-Mann war 2011 als Verteidigungsminister zurückgetreten, nachdem ihm wegen einer Plagiatsaffäre der Doktortitel aberkannt worden war.

 

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