Badeverbot! Landshut: Isar-Baden kann zu gesundheitlichen Schäden führen

Mitten in der Stadt in die Isar hüpfen und kurz abfrischen? Schön wär’s – siehe Schild. Foto: Vinçon

Baden in der Isar: In München darf man das, in Dingolfing auch. In Landshut nicht. Warum eigentlich? Und was passiert, wenn man trotzdem reinhüpft. Die AZ hat nachgefragt.

Landshut - Warm ist es. Recht so! Vor allem wenn man die Möglichkeit hat, sich abzukühlen. Und da funktioniert bekanntermaßen ein Sprung ins kühle Nass am besten. Jetzt hat man in Landshut ein besagtes kühles Nass ja direkt vor der Nase – die Isar. Aber das Baden ist dort verboten – festgehalten in der Stadtverordnung. Warum denn eigentlich? Ist es nun gefährlich oder nicht?

Carina Karg vom Landratsamt Landshut erklärt die Situation folgendermaßen: "Die Wasserqualität ist nicht per se schlecht, aber es kann eben nicht garantiert werden, dass keine gesundheitlichen Schäden entstehen. Das liegt zum einen am Wasser selbst, aber auch an Strudeln und Treibholz in der Isar. Selbst für gute Schwimmer kann es gefährlich werden."

Bei stehenden Gewässern wird regelmäßig getestet, ob das Wasser entsprechend sauber ist. Bei Fließgewässern wird das nicht gemacht. Grund dafür ist der kleine, aber feine Unterschied zum See – das Fließen. Es könnten zwar theoretisch Messungen durchgeführt werden, da das Wasser aber in Bewegung ist, ist das Ergebnis nur eine Momentaufnahme.

Wasserqualität der Isar: Kann nicht garantiert werden, dass es keine gesundheitlichen Schäden gibt

In Dingolfing, wo das Baden erlaubt ist, werden in unregelmäßigen Abständen trotzdem Messungen durchgeführt. "Wir stellen hin und wieder eine kleine Grenzwertüberschreitung fest, das Ergebnis ist aber nicht repräsentativ und nicht gefährlich", so der Hygieneüberwachungsbeamte Reinhard Adam in Dingolfing. Verschmutzt wird das Wasser vor allem dann, wenn starker Regen die Düngung von den Feldern in den Fluss schwemmt. Auch die Tatsache, dass die Isar in der hiesigen Region viele Zuflüsse hat, ist ein Grund – zum Beispiel die Amper.

So wurden bei einer Messung vor zehn Jahren Colibakterien in der Isar gefunden. In den vergangenen 35 Jahren wurde aber die Wasserqualität der Isar im Landshuter Stadtgebiet stetig besser. Wenn nicht gerade durch starken Regen Bakterien eingeschwemmt wurden, ist das Baden in der Isar soweit ungefährlich. Man sollte nur kein Wasser schlucken. Passiert das trotzdem, kann es unter Umständen zu Durchfällen oder Magenbeschwerden kommen. Lebensbedrohlich ist das für Erwachsene freilich nicht, aber gerade für Kinder oder ältere Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann das durchaus gefährlich werden.

Aber warum ist es in München möglich, zu baden? Dort wurden 2005 UV-Licht-Desinfektionsanlagen in den Kläranlagen installiert. Dadurch werden schädliche Bakterien abgetötet. Aber auch in der Landeshauptstadt kann nicht zu Hundertprozent die Reinheit des Wassers gewährleistet werden.

Wird beim Baden Wasser verschluckt, drohen Durchfall und Magenbeschwerden

Für Landshut wären solche Desinfektionsanlagen laut Fritz van Bracht, dem Leiter des Amtes für öffentliche Ordnung, nicht praktikabel, weil sich die hiesige Kläranlage im Osten der Stadt befindet und das potenzielle Badegebiet aber stadteinwärts liegt.

Außerdem schwankt auch in München die Wasserqualität trotz der teuren UV-Licht-Desinfektionsanlagen. Das Baden ist dort nicht verboten, aber eben halt auch nicht ausdrücklich erlaubt. Der Grund, warum dort die Leute in der Isar planschen – und auch planschen dürfen.

Auch in Landau und Dingolfing wird nach dem Prinzip gehandelt: Baden in Flüssen geschieht immer auf Eigenverantwortung. So wurde dort zum Beispiel am Samstag ein neuer Badeplatz eröffnet. Benutzung auf eigene Gefahr! Aber warum denn nun nicht auch in Landshut? "Das Badeverbot ist hauptsächlich eine Absicherung für die Stadt. Sollte etwas passieren, liegt die Verantwortung bei jedem selbst", erklärt van Bracht das Verbot. "Prinzipiell kann man schon mal in der Isar baden, aber eben nicht nach Starkregen oder Hochwasser."

Das Badeverbot dient als Absicherung für die Stadt Landshut

Aber wird man nun bestraft, wenn man in der Isar badet? "Wir haben bisher immer von einem Bußgeld abgesehen. Es wird dabei ja niemand Drittem geschadet.", erklärt van Bracht. "Das würde einen enormen Aufwand bedeuten, das zu kontrollieren. Und außerdem ist der Begriff ‚Baden‘ schwammig." Sollte aber wirklich eine Strafe für die Ordnungswidrigkeit ausgesprochen werden, sind zwischen 5 und 20 Euro.

Erlaubt ist das Baden in der Isar also offiziell nicht, weil es gefährlich sein kann. Am Verbot wird sich auch vorerst nichts ändern. Sollte aber jemand doch mal in die Isar hüpfen – wenn, dann bitte vorsichtig – wird er voraussichtlich im schlimmsten Fall nur mit etwas Bauchweh bestraft.

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