B 12: Crash, Tod, Blechschaden Wieder Toter auf der B12: Die schlimmsten Unfälle

2013: Der Mazda des 56-jährigen Fahrers ist nur noch ein Blechknäuel. Der Mann war auf die Gegenfahrbahn geraten und gegen einen Lkw geprallt. Foto: fib/Eß

Ein Mazdafahrer (56) lässt auf der B12 das Leben. Über 340 Menschen sind in den letzten 20 Jahren auf dieser Strecke gestorben. Eine Bilanz des Schreckens.

 

München - Es war 17.15 Uhr am frühen Mittwochabend, als der Horror-Unfall passierte. Wieder stirbt auf der Bundesstraße 12 ein Mensch. Diesmal ist es ein 56-jähriger Mann aus dem Landkreis Traunstein, der mit seinem Mazda 6 in Richtung Passau unterwegs ist. Kurz hinter der Ortschaft Straßmaier gerät er aus bislang ungeklärter Ursache komplett auf die Gegenfahrbahn, prallt frontal in einen Lkw! Der Mazda wird durch den Crash 30 Meter zurückgeschleudert. Der Fahrer wird in seinem Fahrzeug eingeklemmt und stirtb an der Unfallstelle.

Laut Statistik starben in den vergangenen 20 Jahren allein in den Bereichen Altötting, Mühldorf und Ebersberg auf der insgesamt 440 Kilometer langen Strecke zwischen Kempten, München und Passau mehr als 340 Menschen. Vor allem der Ost-Abschnitt von München ins so genannte Chemie-Dreieck, in dem 25000 Menschen arbeiten, gilt als lebensgefährlich.

Auf der Homepage des Landratsamtes Mühldorf heißt es dazu: „Das Risiko, im Abschnitt zwischen Forstinning und Ampfing getötet oder zumindest schwer verletzt zu werden, ist nach den Unfallraten um bis zu viermal höher als auf allen bayerischen Autobahnen.“ Im Planfeststellungsbeschluss der Regierung von Oberbayern zum Ausbau der A 94 heißt es dazu: „Die Unfalldichte auf Bundesstraßen liegt auf der B12 um etwa 65 Prozent über dem bayerischen Durchschnitt.“

Allein im Kreis Mühldorf sind täglich 16500 Fahrzeuge auf der B12 unterwegs, 15 Prozent davon sind Laster. Sie transportieren jährlich drei Millionen Tonnen Waren. Gerade der Schwerverkehr führt immer wieder zu schweren Unfällen. Pendler, die in Zeitdruck hinter langsamen Lkws hinterher zuckeln müssen, neigen zur Ungeduld. „In der Vergangenheit waren waghalsige Überholmanöver und zu hohes Tempo auf der Strecke die Hauptunfallursachen“, sagt Polizeihauptkommissar Johann Rabl, Sachbearbeiter Verkehr für den Landkreis. Die Polizei reagierte mit verstärkten Kontrollen und Überholverboten, Bäume wurden gefällt, Warnschilder aufgestellt, Schutzplanken angebracht. Mit Erfolg: Seit einigen Jahren sinkt die Zahl der Todesopfer.

Trotzdem rangiert die B12 als gefährliche Straße nach wie vor ganz vorn. In den letzten Jahren stellt die Polizei immer öfter fest, dass Fahrer in den Gegenverkehr geraten oder gegen Bäume prallen. Der Grund dafür bleibt oft ungeklärt – wie auch beim jüngsten Unfall. Manche glauben, auf der B12 liege ein Fluch. Hauptkommissar Rabl weiß von Anwohnern, die schon Wünschelrutengänger beauftragten.

 

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