AZ-Zeugnisse FC Bayern: Die bröckelige Double-Abwehr - mit neuem Boss

, aktualisiert am 31.05.2019 - 15:33 Uhr
Die Abwehr der Bayern war in diesem Jahr nicht immer sattelfelst. Foto: GES, Rauchensteiner (2), sampics, firo (2)/alle Augenklick

Teil drei der AZ-Zeugnisse für den FC Bayern München: In der Defensive etabliert sich Niklas Süle, Joshua Kimmich brilliert.

 

München - Das Bollwerk des FC Bayern bröckelte in dieser Saison – zumindest ein bisschen. Mit 32 Gegentoren in 34 Liga-Spielen steht für die Münchner der schwächste Wert seit 2011 in der Statistik – und das, obwohl Trainer Niko Kovac eine Vorliebe für Defensivfußball hat.

Es braucht halt ein bisschen, um sich aneinander zu gewöhnen. Auch bei Kovac und den Bayern. In der Champions League kassierte der Double-Sieger insgesamt acht Treffer, im DFB-Pokal neun. Ausbaufähig!

Im dritten von fünf Teilen verteilt die AZ Zeugnisse an die Abwehrspieler.

Joshua Kimmich: Note 2

 Der Begriff Abwehrspieler ist beim 24-Jährigen im Prinzip falsch gewählt, zählt Kimmich doch zu den gefährlichsten Offensivspielern in Deutschland. 14 Torvorlagen gelangen dem Rechtsverteidiger allein in der Liga (19 insgesamt in allen Wettbewerben), dazu zwei eigene Tore. Allein Dortmunds Angriffsjuwel Jadon Sancho gab mehr Assists (17). Kimmich, der Alleskönner, der Antreiber, der Anführer der Zukunft. Im Saisonverlauf fand er immer besser die Balance zwischen Defensive und Offensive, das war zuvor sein Makel. Kimmich wünscht sich, dass er künftig im Mittelfeld spielt.

Rafinha: Note 3

Servus, Rafa! Der Brasilianer (33) mit deutschem Pass verlässt Bayern nach acht Jahren, zum Abschluss wurde er für seine Verdienste gewürdigt. "Wir hatten in deiner Zeit hier vier Trainer, alle vier haben gesagt: Rafa ist der wichtigste Mensch in der Kabine", erklärte Karl-Heinz Rummenigge. Und Manuel Neuer, Rafinhas alter Schalke-Kumpel, meinte: "Für mich ist das mein schwerster Abschied." 26 Mal durfte der treue Back-up in dieser Saison noch spielen, leider nicht mehr in den letzten beiden Partien.

Mats Hummels: Note 3

Die Hinrunde verlief für den 30-Jährigen noch nicht nach Plan, er hatte mit dem blamablen WM-Aus zu kämpfen. Dann aber stabilisierte sich Hummels und avancierte zu der Stütze, die er in der Vergangenheit immer war. Stark im Champions-League-Achtelfinale gegen Liverpool, und im Endspurt der Saison neben Niklas Süle gesetzt.

Niklas Süle: Note 3

Kovac ernannte den Koloss zum neuen Abwehrchef – und Süle rechtfertigte das Vertrauen mit einer beachtlichen Saison. 42 Mal kam der 23-Jährige zum Einsatz und damit öfter als seine Innenverteidiger-Kollegen. Hat im Stellungs- und Passspiel noch Steigerungsmöglichkeiten. Aber er ist ja noch jung.

Jérôme Boateng: Note 4

Die Saison begann ordentlich, denn Kovac setzte sich dafür ein, dass Boateng nicht an Paris verkauft wurde. Doch nach regelmäßigen Einsätzen in der Hinserie mit einigen Wacklern entschied sich Kovac in der Rückrunde immer seltener für Boateng. Der Frust ist groß – nach den harten Worten von Uli Hoeneß dürfte Boatengs Abschied besiegelt sein.

David Alaba: Note 3

In Sachen Torgefahr kann der Österreicher nicht mit Kimmich, seinem Pendant auf rechts, konkurrieren. Alaba gelangen "nur" sieben Assists und drei Tore in 43 Pflichtspielen. Zum Saisonende spielte der 26-Jährige aber stark, er traf im entscheidenden Bundesliga-Spiel gegen Frankfurt. Muss jetzt mit dem Abschied von Spezl Franck Ribéry leben.

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