AZ-Test in Nordschweden Der neue VW Golf R tanzt auf dem Eis

Der Golf R beim Tanz auf dem Eis: Die leistungsstärkste Version des VW Golf mit 300 PS steht ab sofort bei den Händlern. Kostenpunkt: ab 38 325 Euro. Foto: Ingo Barenschee/ho

Mit dem neuen Golf R mit knackigen 300 PS und Allradantrieb beim Powerslide auf einem zugefrorenen See – ein echt eiskalter Spaß.

 

Arvidsjaur - Der Polarkreis ist nur noch 130 Kilometer entfernt. Das merkt man. Es ist nämlich saukalt. Bis zu 35 Grad minus zeigt das Thermometer. Die Eisdecke auf den vielen Seen rund um das kleine nordschwedische Städtchen Arvidsjaur ist so richtig schön dick. Ideale Voraussetzungen also für eine etwas andere Art des Kennenlernens: Auf dem Gelände der VW Diving Experience steht der neue Golf R bereit – für einen ganz speziellen Ritt auf dem Eis.

Allradantrieb, Spikes, ein teilweise oder komplett abschaltbares ESP: Das sind schon mal gute Voraussetzungen für viel Spaß beim Power-Sliden. Dazu kommt noch der im Vergleich zum Vorgänger um 30 auf jetzt 300 PS erstarkte Zweiliter-Benziner im sportlichen Topmodell der Golf-Familie.

Um es gleich auf den Punkt zu bringen: Das Gefühl, wenn ein sehr potent motorisiertes Kompaktauto nur durch gefühlvollen Einsatz des Gaspedals etwa auf der Kreisbahn im Dauerdrift über alle Viere rutscht – das ist schon etwas ganz Besonders.

Aber so richtig anspruchsvoll wird es dann auf dem 3,2 Kilometer langen Handlingkurs: ESP auf Sport-Einstellung (mit der klappt es bei ambitionierten Nicht-Driftprofis deutlich besser als ganz ohne Stabilitätshelfer) und ab geht es: immer am Limit, immer schön quer.

Die Methode ist ganz einfach: Zuerst mit reichlich Gas Schwung aufbauen. Und dann kurz das Gas wegnehmen – so lässt sich das Heck blitzschnell entlasten und quer stellen. Mal links, mal rechts und wieder rechts: Der Golf R tanzt auf dem Eis, dass es eine wahre Freude ist.

Aber jetzt zu den Basis-Informationen: Das mit den 300 PS ist klar, ergänzt wird diese Zahl durch die 380 Nm, die bereits ab 1800 und bis 5000 Touren zur Verfügung stehen: eine ideale Drehmomentkurve wie der Tafelberg.

Zusammen mit der Sechsgangschaltung reicht das für einen 5,1 Sekunden-Sprint auf 100, mit DSG sind es sogar nur 4,9 Sekunden. Bei 250 Sachen wird wie üblich abgeregelt.

Innendrin ist bis hin zu den Sportsitzen alles im R-Look (Tacho bis 320!) gehalten. Das Exterieur bringt die verschärfte Motorisierung des Golf durch mehr Knackigkeit zum Ausdruck, als Alleinstellungsmerkmal gilt der Auspuff mit vier dicken Endrohren.

Auf Knopfdruck lässt sich das Fahrwerk mit der fünfstufigen Fahrprofilauswahl mit Race-Modus je nach Gusto von sanft bis knallhart verstellen, gleichzeitig wird die Motorsteuerung beeinflusst. Dieses Feature gibt es aber nur in Verbindung mit dem aufpreispflichtigen adaptiven Fahrwerksregelung DCC.

Geballte Elektronik sorgt beim Allrad-Antrieb für virtuelle Sperren – der R kommt durch.

Bei Gewicht und Spritverbrauch konnten die VW-Techniker abspecken: Der Neue ist leichter als der Vorgänger, der eher theoretische Normverbrauch liegt mit 7,1 Liter beim Handschalter (6,9 beim DSG) rund 1,5 Liter unter dem Vorgänger-Wert.

Ab 38325 Euro ist der Golf R zu haben. Er ist ein starkes Stück Auto – und ein Alleskönner: Erst flott über die Nürburgring-Nordschleife, dann beim Bäcker die Semmeln geholt und anschließend mit der Familie in den Zoo: alles kein Problem.

 

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