AZ stellt neuen Wiesn-Chef vor Clemens Baumgärtner: Der neue Wirtschaftsreferent

Clemens Baumgärtner (CSU). (Archivbild) Foto: privat

Clemens Baumgärtner soll das Amt bekommen. Wer er ist, was er will – und was Kritiker sagen.

München - Baum, wer? Auf den Rathaus-Fluren gab es am Montag manche fragende Gesichter, als bekannt wurde, dass die CSU Clemens Baumgärtner als nächsten Wirtschaftsreferenten vorschlägt. Der Mann ist in der Stadtpolitik bisher nur jenen bekannt, die sich für Untergiesing-Harlaching interessieren.

Dort ist der 42-jährige Wirtschaftsanwalt seit 2012 Bezirksausschuss-Vorsitzender, unterstützt übrigens von einem schwarz-grünen Bündnis. Die Stadtrats-CSU kann nach dem Abgang von Josef Schmid in den Landtag einen neuen Wirtschaftsreferenten (und Wiesn-Chef) vorschlagen. Fraktionschef Manuel Pretzl kennt Baumgärtner lange. Und fragte ihn, ob er den Job übernehmen will. "Ich habe mich geehrt gefühlt", sagte Baumgärtner gestern der AZ. "Ich sehe die Chance, dass ich dort viel mehr bewegen kann als als einfacher Stadtrat oder Bezirksausschuss-Chef."

Diesen Posten will er aber behalten. Einen Interessenskonflikt sieht Baumgärtner nicht. "Das wäre bei einem BA an der Theresienwiese anders", sagt der neue Wiesn-Chef.

Auf das Thema Oktoberfest will er aber auf keinen Fall reduziert werden, Baumgärtner sagt, er wolle den Bereich Tourismus viel weiter fassen, "die Münchner Wirtschaft konjunkturunabhängig machen", schwärmt von der Digitalisierung und einem "Silicon Valley München".

Überzeugungsarbeit in den anderen Stadtrats-Fraktionen

Zunächst aber möchte er auch in den anderen Stadtrats-Fraktionen für sich werben. Dort wird ein bisserl Überzeugungsarbeit notwendig sein. "Wir hoffen, dass er offener ist als sein Vorgänger", sagt etwa Katrin Habenschaden, die Grünen-Fraktionsvorsitzende. "Zum Beispiel für das Zusammenspiel von Ökonomie und Ökologie". Die Grünen kritisieren scharf, dass die CSU den Posten anders als einst angekündigt wieder nicht ausgeschrieben hat.

Aus seinem Bezirksausschuss heißt es, Baumgärtner sei ein verlässlicher Typ, halte sich an Absprachen. Andererseits ist auch die Rede von einem harschen Ton. "Sitzungen bekommen schnell mal Tribunal-Charakter", sagt einer gar. "Baumgärtner driftet oft ins Persönliche ab."

In der CSU hingegen sind sie sehr überzeugt vom Plan, Baumgärtner zu befördern. Man kennt sich lange. Böse Überraschungen: unwahrscheinlich. "Er steht auf jeden Fall für Kontinuität", sagt einer, der sich auskennt in der CSU. Die anderen Fraktionen im Rathaus, das zumindest steht fest, werden sich den Namen auch merken müssen.

 

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