AZ-Stadtspaziergänger Prinzregentenstraße: Prachtstraße mit abruptem Ende

Historisch und prächtig: Das Bayerische Nationalmuseum unter stahlblauem Sommerhimmel. Foto: Sigi Müller

AZ-Stadtspaziergänger Sigi Müller auf sommerlichem Spaziergang entlang der Prinzregentenstraße.

Lehel - Steht man am Friedensengel, hat man einen wunderbaren Blick, über die Brunnenfontäne hinweg, auf die Luitpoldbrücke und den unteren Teil der Prinzregentenstraße, die unter dem Prinz-Carl-Palais plötzlich im Altstadtring-Tunnel verschwindet und nie wieder auftaucht – zumindest nicht unter diesem Namen. Fast immer herrscht reger Verkehr.

Zu Fuß ist's ein schöner Spaziergang. Die Treppen des Friedensegels runter, vielleicht durch den mit vielen Graffiti besprühten Tunnel unter der Straße durch und auf der Luitpoldbrücke mit den steinernen Figuren über die Isar. Den ersten Stopp mache ich am 1900 eröffneten Bau des Bayerischen Nationalmuseums. Ein riesiger Gebäudekomplex mit dem Reiterdenkmal vom Prinzregenten Luitpold. Sehr schön auch der Wetterhahn auf dem Turm.

Die Eisbachwelle: Ein Touristen-Hotspot

Über die schmale Lerchenfeldstraße geht's dann zum Münchner Surfparadies, dem Eisbach. Der weltberühmten Welle wurde 2010 im Kinofilm "Keep surfing" ein Denkmal gesetzt. Wie immer stehen eine Menge Touristen und Schaulustige auf der Brücke und am Hang links und rechts des Eisbachs und schauen den mutigen Surfern zu. Immer im Wechsel wird vom linken oder rechten Bachrand gestartet und sobald der aktuelle Surfer mit den Armen rudernd unter Wasser verschwindet, gleitet der nächste Brettakrobat in die Welle.

Im März wurde der Bach gereinigt und dazu der Wasserstand so abgesenkt, dass nicht gesurft werden konnte. Als ich da am Bach vorbei ging, stand ein ratloser Surfer, der extra nach München gekommen war, um die Welle zu reiten, am dünnen Rinnsal. Er verstand die Welt nicht mehr.

Das P1: Einst die "härteste Tür der Welt"

Direkt daneben, am Eingang zum Englischen Garten, das Haus der Kunst. Auf der Rückseite die Goldene Bar, unten das P1, dieser 1949 als Offiziersclub der amerikanischen Besatzungsgruppen gegründete Club, dessen Name sich aus der Adresse Prinzregentenstraße 1 ergibt. Einst hatte die Diskothek den Ruf, die härteste Tür der Welt zu haben – heute ist das nicht mehr ganz so.

Gegenüber an der Königinstraße befindet sich die amerikanische Botschaft. Ja, und dann ist's auch schon vorbei mit der Prachtstraße. Schade eigentlich.

In diesem Sinne eine schöne Woche,

 

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