AZ-Stadtspaziergänger Kinder-Theater: Märchenhaftes seit 50 Jahren

Christina Cuna (Jim Knopf) mit Maskenbildner Stefan Becker in der Maske. Foto: Sigi Müller

Das Theater für Kinder ist 50 und seit 40 Jahren in der Dachauer Straße. Zeit für einen Besuch.

Fünfzig Jahre ist es her, dass das Münchner Theater für Kinder seine Pforten öffnete – zunächst noch in der Leopoldstraße. 50 Jahre – und die Kinder von damals haben zum Teil sicher mittlerweile Enkel und sicher gehen sie mit ihnen auch ins Theater, das heute so frisch wirkt wie damals. Seit 1977 befindet es sich in der Dachauer Straße 46. Eine feste Institution seit genau 40 Jahren.

Die Bilanz ist beeindruckend: 30.000 Vorstellungen, 6,5 Millionen Besucher im eigenen Haus, viele Projekte, Gastspiele, Theaterworkshops für die Kleinen und noch vieles mehr.

Heinz Redmann hat sich als junger Mensch da keine Gedanken gemacht, sondern ist, wie er selbst sagt, "einfach losgestürmt" und hat das Theater aufgebaut. Mit Leidenschaft begonnen und nicht nachgelassen in all den Jahren. Viele Mitarbeiter sind schon sehr lange mit viel Herzblut dabei. Wie eine große Familie, und so kommt es mir bei meinem Besuch auch vor. Natürlich darf ich auch einmal die Luft hinter der Bühne schnuppern.

Begeisterung ganz ohne Smartphone und Whatsapp

Eingeladen bin ich zur Generalprobe von "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer". Ich treffe Jim Knopf, gespielt von Christina Cuna, in der Maske, sehe die kleine Werkstatt, viele Kulissen aus anderen Produktionen in den Keller-Katakomben und natürlich den Theatersaal. Auf der Bühne steht schon Emma, die Lokomotive, die Schauspieler kommen dazu. Heinz Redmann sitzt an einem kleinen Tischchen mit einem Bildschirm und verfolgt die Handlung. Ab und zu unterbricht er, lässt das Licht korrigieren oder spricht mit den Akteuren.

Wenn Sie einmal erleben wollen, wie Ihr Kind ein ganzes Theaterstück lang nicht merkt, dass weder Jim Knopf noch Lukas, weder Frau Mahlzahn noch Herr Ärmel ein Smartphone dabei haben, nicht whatsappen, sondern miteinander reden, dass Lokomotive Emma über keinen USB-Anschluss verfügt und man Lummerland nicht downloaden kann, Ihr Kind aber begeistert, mit leuchtenden Augen den beiden Helden folgt und sich mit Feuereifer mitten im Märchen befindet, gehen Sie doch mal hin. Und vergessen Sie nicht, Ihr Kind wieder mitzunehmen, es soll Erwachsene geben, die plötzlich selbst wieder zum Kind werden.

Am 19. November und 31. Dezember können Sie Jim Knopf, Lukas, Emma und ihre Freunde hier erleben. Und natürlich andere Stücke auch. Märchenhaft!

In diesem Sinne eine schöne Woche,

Ihr Sigi Müller

Stadtspaziergänger Sigi Müller Porträt neu

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