AZ-Stadtspaziergänger Altperlach: Hier ist die Stadt noch Dorf

Der Altperlacher Brunnen wurde zur 1200 Jahrfeier von Perlacher Bürgern gestiftet. Foto: Sigi Müller

AZ-Fotograf Sigi Müller entdeckt die Idylle des oft unterschätzten Stadtteils Altperlach.

Ramersdorf-Perlach - Auf dem Weg nach Neuperlach hat man als Autofahrer eher die endlose Blechlawine vor Augen, die sich zu Stoßzeiten über die Ottobrunner,- und Putzbrunner Straße durch Altperlach wälzt. Und bloß wenig Augen für diesen schönen, noch dörflichen Stadtteil.

Wenn man aber als Fußgänger über den Pfanzeltplatz geht und ein bisschen durch den Dorfkern stöbert, hat man das Gefühl, dass jetzt gleich die Bauern ihr Vieh zu den Stallungen treiben, erwartet Gänseherden am Hachinger Bach und fühlt sich ein bisschen aus der Zeit geschossen. Viel Tradition, Geschichte und viele liebevolle Details am Platz und in der Umgebung.

Manche Häuser haben hier sogar Info-Tafeln an den Wänden, mit Informationen über die jeweiligen Gebäude und deren Historie.

In den Dorfbrunnen ist eine Inschrift gemeißelt, die die Hauptereignisse des Dorfs aufzeichnet: 1632 brennen die Schweden das Dorf nieder, 1634 wütet die Pest, 1732 wird die Barockkirche eingeweiht, 1803 werden die Klostergüter enteignet. Und so weiter und so fort. Ganz schön viel Geschichte für so einen kleinen Ort.

Ansonsten - traditionelle Gastronomie: "Zur Post", "Perlacher Hof", beide mit Biergarten, "Zum Fiaker", aber auch ein italienisches Lokal wünscht "Buon Appetito", Döner gibt's in einem Laden freilich auch. Dazu noch ein Cafe, eine Bäckerei, Metzgerei, Obst- und Gemüse-Laden, alles da.

Die Eisdiele ist hier ein echter Treffpunkt. Man kennt sich, redet miteinander und der Einkauf wird mit so einem netten Ratsch gleich noch viel netter.

Am Bach, im Schatten der alten Bäume, sitzen kleine Gruppen von Müttern, deren Kinder im flachen Wasser planschen.

Zwei Kirchen, St. Paulus und St. Michael, das frühere Rathaus, das alte Schulgebäude, die Feuerwehr, ein Stück weiter asiatische Möbel und Skulpturen.

Was für eine große Vielfalt auf kleinstem Raum. Richtig dörflich und doch schon München. Wenn sich die Blechlawine wieder einmal über die Straße wälzt, vielleicht einfach einmal Pause machen und bei einem Eis abwarten, bis es wieder läuft.

In diesem Sinne eine schöne Woche,
Ihr Sigi Müller

 

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