AZ-Serie Triple-Helden Shaqiri: "Wie der junge Ribéry"

Stolz auf seine Heimat (Kosovo-Schweiz): Xerdan Shaqiri. Foto: https://twitter.com/XS_11official

Beim FC Bayern war Xherdan Shaqiri in dieser Saison nicht immer erste Wahl – doch bei den Teenies kommt der quirlige Schweizer bestens an. Warum? Das verrät Dirk Switalla, der Vize-Chef von „Bravo Sport” im Interview

 

AZ: Herr Switalla, Xherdan Shaqiri ist als Ergänzungsspieler beim FC Bayern zwar nicht ganz so oft auf der Titelseite Ihres Magazins zu sehen wie zum Beispiel Mario Götze, aber doch schon recht häufig. Sein Trikot steht bei vielen Teenies ganz oben auf der Wunschliste. Was macht ihn in den Augen Ihrer Kundschaft so beliebt?

DIRK SWITALLA: Dass Ersatzspieler bei uns auf der Titelseite landen, ist schon die Ausnahme. Aber er war von Anfang an in der Zielgruppe – also bei den Zehn- bis Sechzehnjährigen – total beliebt. Aber wenn man sich so anschaut, was er macht: Er ist bei Facebook aktiv, bei Instagram, das ist sensationell, was er da ablässt. Man kann teilhaben, an dem, was er tut, am Wechsel zu seinem Traumverein FC Bayern. Er postet Bilder von sich beim Kochen, ist online fast so aktiv wie Kollege Dante. Shaqiri ist da sehr, sehr offen, und daran sind die Kids natürlich sehr interessiert.

Was für ein Typ ist Shaqiri?

Vielleicht so einer, wie es Franck Ribéry vor zehn Jahren war: ein bisschen überdreht, in der Spielweise extrem engagiert, so Richtung Kampfknubbel, sehr nahe an der jugendlichen Zielgruppe, extrem aktiv. Wenn er eingesetzt wird, geht er immer sehr positiv an die Sache ran, auch in der Zusammenarbeit mit uns. Es gibt halt so Leute, die kommen bei Jugendlichen gut an, und da gehört Shaqiri offensichtlich dazu. Und wer weiß, ob er unter Pep Guardiola nicht etwas häufiger spielen wird. Ich kann mir gut vorstellen, dass er da eine relativ große Chance bekommt.

Woran können Sie seine Beliebtheit festmachen?

An Leserpost, Mails, über Facebook und andere Kanäle. Es gibt auch viele Anfragen nach Shaqiri-Postern. Auch bei den SMS-Votings, wo wir die Stars gegeneinander abfragen. Wenn man es mathematisch sehen und Platzierung durch Spielzeit teilen würde, läge er ganz vorne. Bei Bayern ist er im Voting immer unter den Top 5.

Und da sind ja jetzt keine ganz Schlechten dabei...

Die anderen werden natürlich geachtet, aber es ist bei der jugendlichen Zielgruppe auch immer ein wenig positionsbezogen. Da sind die Herren Schweinsteiger und Martinez nicht so auffällig, obwohl sie wichtig für die Mannschaft sind. Aber sie sind seltener an den wirklich spektakulären Situationen der Mannschaft beteiligt. Und die gibt es bei Shaqiri zuhauf: ob das ein Dribbling ist, ein Freistoß, ein Abschluss – der kann ja offensiv alles.

Ist seine Beliebtheit auch eine Frage des Alters?

Klar. Spieler wie Lahm oder Schweinsteiger werden ja langsam zu Elder Statesmen. Die Jungen wie Shaqiri sind schon heftiger drauf im Sich-selbst-Verbreiten. Er lässt sehr viel teilhaben an dem, was er tut, postet Bilder mit den Pokalen oder von einem Hubschrauberflug. Er spielt auch damit: Will nicht sagen, wo er in Urlaub ist, schickt aber ein Bild von sich am Flughafen und schreibt dazu: „Hello from I don’t know”. So was kommt an. Dieses Spiel mit den Fans beherrscht er extrem gut.

War zu erwarten, dass er bei den jungen Fans so einschlagen würde?

Wir haben mit ihm früh angefangen, weil wir uns schon ein bisschen was erhofft haben. Er war ja auch einer der frühesten Wechsel, die feststanden.

Dass er noch viel mit seinem Bruder unternimmt, trägt bestimmt zum eher bodenständigen Image bei.

Das ist in der Tat etwas, was sehr gut ankommt: Bruder und Familie, die ihn beraten und mit denen er viel macht. Auch das lässt ihn wieder positiv erscheinen, weil unsere Zielgruppe notwendigerweise auch noch sehr eng mit ihrer Familie verbandelt ist und sich deshalb sehr gut mit Shaqiri identifizieren kann.

 

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