AZ-Serie Bayerns Champions-League-Helden Dante: Ich bin Bayerns Gute-Laune-Onkel

Innenverteidiger Dante drückt seiner Mannschaft die Daumen. Foto: az

Dante ist das Gesicht des Triples, der Aufsteiger des Jahres. Seine verrückten Videos und Fotos gehen um die Welt, die Fans lieben ihn. In der AZ verrät Abwehrchef Dante, wie er privat tickt

 

München -  Bei der Triple-Feier des FC Bayern läuft plötzlich ein Wuschelkopf durch den Innenhof des Münchner Rathauses. Doch nein, es ist nicht Dante. Es ist Javi Martínez. Der spanische Mittelfeldspieler des FC Bayern hat sich eine Dante-Perücke aufgesetzt und grinst in jede Kamera.

Der Brasilianer selbst fehlte beim Saisonabschluss der Bayern. Sein Lachen, seine Heiterkeit, sein Rhythmus – alles nicht da. Und das nur, weil der brasilianische Verband ihn unbedingt vor dem DFB-Pokalfinale zum Confed Cup nach Rio de Janeiro abbeordert hatte.

Mit seiner Video-Grußbotschaft avancierte Dante dennoch auch aus dem fernen Rio zum heimlichen Star der Feier. „Wir gewinn' Meisterschaft, wir gewinn' Champions League, und Pokal auch, und Pokal auch”, singt Dante in dem Video euphorisch, lacht und gluckst im Bayern-Trikot in die selbst gehaltene Kamera.

Doch wer ist der Mann, der alle Verein durch seine positive Art so verrückt macht?

Wie für Dante ein perfekter Tag aussieht, das verrät er der AZ. „Früh aufstehen und die Kinder zur Schule bringen. Dann gut frühstücken, die Zeitung lesen, eine Runde Pool, Sauna. Danach mit meinem Cousin und Onkel ein bisschen durch die Stadt laufen. Mittagessen, ein bisschen Shopping. Danach die Kinder von der Schule abholen und mit ihnen zuhause so lange spielen, bis es Abendessen gibt. Nachher bringe ich sie ins Bett – und zum Abschluss schaue ich mit meiner Frau noch einen coolen Film im Fernsehen an.”
Immer gut gelaunt, immer stark auf dem Platz. Der Mann mit den Wuschelhaaren mauserte sich in kurzer Zeit vom international unerfahrenen Neuzugang aus Gladbach zum Abwehrchef, gibt mittlerweile auch in der Kabine neben den Kapitänen Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Torwart Manuel Neuer den Ton an. „Der Hauptgrund für meinen Wechsel war, Titel zu gewinnen. Jetzt sind's vier, unglaublich”, sagt er.

Als vor einem Jahr Bayern anklopfte, waren die Bosse nicht vollkommen überzeugt. Also traf sich Vereinsboss Karl-Heinz Rummenigge mit ihm zum Mittagessen. Dante hielt dabei ein Plädoyer für sich selbst: „Ich werde Sie nicht enttäuschen!” Das wirkte erst mal. Und der Brasilianer hielt Wort.

Über seinen Kumpel im Team sagt er: „Rafinha hat nicht viel gespielt diese Saison – aber er ist auch ein Triple-Sieger! Für mich zählt nur die Gemeinschaft, keine einzelnen Spieler.”

Er ist der neue Publikumsliebling. Und das nicht nur, weil er immer freundlich und höflich ist. Sondern auch, weil er sie übers Internet immer mit neuesten Informationen und Bildern über sich und sein Leben versorgt – immer gut gelaunt, immer authentisch. Über das soziale Netzwerk Facebook, die Kommunikations-Plattform Twitter und der Foto-Sharing-App Instagram.

Beispiel? Als die Kollegen samstags in Berlin sein Trikot mit der Nummer vier in die Kamera hielten, machte er davon in Rio ein Foto und schickte es mit Grüßen zurück: „Viel Danke, Jungs”, schrieb er, „war alles verdient. Ein Triple, ein Traum – super Bayern, super Bayern, hehehe.” Als er am letzten Bundesliga-Spieltag in Gladbach zu Gast war, twitterte er: „Rückkehr zum Ort, an dem alles begann! Danke den alten Spieler, den Club, die Coaches und die Fans. Ich bin das was ich heute bin durch euch!”

Privat hat er's eher ruhiger, spielt, wenn er Zeit hat, auf der Cavaquinho, einer kleinen brasilianischen Gitarre. „So richtig gut bin ich nicht. Aber es macht mir sehr viel Spaß, ich übe jeden Tag.”

Freie Tage wird er erst wieder im Juli haben, so lange ist er noch bei der Nationalmannschaft. Wenn die Kollegen mit Pep Guardiola wieder ins Training einsteigen, macht Dante Urlaub, stößt erst nach dem Trainingslager zum Team.

Ganz weg sein wird er nie.

 

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