AZ-Sanierungs-Check So steht es um Münchens Kliniken

Krankenhaus Schwabing: Hier entsteht die Baugrube für die neue Kinderklinik. Foto: zif

Es ist still geworden um die Kliniksanierung. Seit vergangenem Herbst hat man nichts mehr gehört vom großen Umbau der vier Standorte. Angeblich, weil alles so gut läuft. Die AZ macht den Sanierungs-Check.

 

München - Die Umbauten der vier Münchner Klinikstandorte verlangen einen straffen Zeitplan. Wo es gut läuft und wo größere Probleme auftreten können:

In Schwabing wird bereits gebaggert

Das Schwabinger Krankenhaus ist laut Baustellen-Fahrplan der erste Klinik-Standort, an dem die Bagger anrücken. Und tatsächlich: Für die neue Kinderklinik wird bereits die Baugrube ausgehoben. Kürzlich wurde die angrenzende Kinderonkologie in ein anderes Gebäude verlagert. Baustaub und geschwächte Kinderlungen vertragen sich schließlich nicht so gut. "Das hat aber reibungslos geklappt", sagt Klinik-Chef Axel Fischer.

In Schwabing läuft die Sanierung damit bis jetzt nahezu nach Zeitplan. In fünf Jahren sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Dann wird es darum gehen, wie das übrige Klinik-Gelände genutzt wird. In Schwabing wurde schließlich ein Schrumpfungs-Prozess eingeleitet. Nur gut ein Drittel der Betten bleibt erhalten.

Sorgenkind Bogenhausen

Das Klinikum in Bogenhausen macht den Sanierern bislang am meisten Sorgen. Für knapp 400 Millionen Euro soll der Standort erweitert werden. So sollen hier zum Beispiel eine Gefäßchirurgie und eine Alterstraumatologie angesiedelt werden. Der Spatenstich für den Anbau ist nun für Ende 2018 vorgesehen. Doch eigentlich hätte es schon viel früher losgehen sollen.

Von einer "schmerzhaften Verschiebung" spricht Stadtrat Hans Theiss, der Klinikexperte der CSU-Fraktion. Bis zu zweieinhalb Jahre hinkt die Kliniksanierung in Bogenhausen dem Plan hinterher. Das ist vor allem deshalb problematisch, weil mehrere Abteilungen aus Schwabing dorthin umziehen sollen. Das geht natürlich nicht, solange in Bogenhausen noch Baustelle herrscht.

Klinik-Chef Axel Fischer ist dennoch überzeugt, das Ruder noch irgendwie rumreißen zu können. Er geht davon aus, dass die Abteilungen aus Schwabing nun 2022 nach Bogenhausen übersiedeln können. "Wir halten den Plan", sagt er. Zukünftig soll es in Bogenhausen 1.020 Betten geben. Der Standort wird damit der größte von allen sein – auch, was das Angebot der Leistungen angeht.

Alles noch einmal in Harlaching

In Harlaching sind Investitionen in Höhe von 255 Millionen Euro vorgesehen. Dem alten Planer-Team sind die Kosten aber offenbar ordentlich davongelaufen. Das Klinikum trennte sich auf Druck der Stadt deshalb von ihm. Nun wird nach einem neuen Planer gesucht. Aufgrund dieser Verzögerungen wird das neue Krankenhaus in Harlaching nun wohl erst Anfang 2024 fertig. Ursprünglich war die Eröffnung für April 2022 eingeplant. Der Erfolg der Kliniksanierung hängt also auch stark von den Fortschritten in Harlaching ab. Baubeginn soll dort im Herbst 2019 sein.

In Harlaching soll neben Bogenhausen eines der beiden überregionalen Traumazentren entstehen. Zudem sollen am dortigen Standort ein Neurozentrum, ein Eltern-Kind-Zentrum und die Abteilung für seelische Gesundheit (Psychosomatik, Alterstraumatologie, Palliativmedizin) angesiedelt werden. Klinik-Chef Axel Fischer macht keinen Hehl daraus, dass ihm das Geplänkel mit den alten Planern und die damit verbundene Verzögerung richtig ärgern. "Das tut uns schon ziemlich weh", so Fischer.

Nur in Perlach geht’s fix

Am Standort Neuperlach passiert im ganzen Sanierungsprozess baulich am wenigsten. Für 19 Millionen Euro wird hier lediglich ein neues Labor errichtet. Da dürften alle Arbeiten demnächst aber bereits abgeschlossen sein. Was die Sparmaßnahmen insgesamt angeht, zeigt sich Klinik-Chef Axel Fischer zufrieden. 75 Prozent von dem, was man sich vorgenommen habe, habe man bis Ende vergangenen Jahres auch umsetzen können. "Das hätte auch viel schlechter laufen können", so Fischer.

Einen Sanierungstarif habe man nicht aushandeln können, da seien die Verhandlungen mit den Gewerkschaften gescheitert. Und um den Personalschwund aufzufangen, habe man viele Leiharbeiter anstellen müssen, das sei recht teuer gewesen. Ansonsten, so Fischer, seien die Ziele aber weitgehend erreicht worden. Nun will der Klinik-Chef die angestoßenen Sparprojekte in Ruhe weiterverfolgen. Der ganze Prozess zieht sich schließlich voraussichtlich bis Ende 2026. Da braucht man einen langen Atem.

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