AZ-Reporter testen Skigebiete Abgefahren in Hintertux: Auf Felix' Spuren

AZ-Reporter Matthias Maus nahm den etwas weiteren Weg nach Hintertux auf sich – und wurde dafür belohnt. Foto: Matthias Maus

AZ-Reporter testen Skigebiete. Diesmal führt der Weg auf den Hintertuxer Gletscher.

 

Satt ist das Grün unten im Zillertal, nur schmale weiße Kunstschnee-Bänder ziehen sich die Hänge hinunter, und auf den Flugfeld-großen Parkplätzen der Ski-Arenen stehen mehr Pfützen als Autos: Januar-Loch im Anti-Winter 2014.


Nur die Gläubigen und die Entschlossenen lassen sich nicht entmutigen. Sie, die von Natur aus höher hinaus wollen, fahren ein Viertelstündchen länger und landen in Tux-Vorderlanersbach oder gar am Gletscher von Hintertux. Es wartet ein Vergnügen, wenn auch kein ungetrübtes.


Gemischt ist die Bilanz vom Wochenende, vor allem am Freitag verbläst der bacherlwarme Föhn den Schnee und die Sicht am Tuxer Joch. Hier, an der „gefrorenen Wand“, wo sich Felix Neureuther die Olympiaform antrainiert hat, sollte der Hardcore-Fan wirklich lieber im Frühjahr oder Sommer kommen – ist schließlich Österreichs einziges Ganzjahres-Skigebiet. Die Rast im Sturmumtosten Tuxer Fernerhaus wird deutlich länger als geplant. Sehr sympathisch dort: Es gibt auf 2600 Metern auch einen Selbstversorger-Trakt. Wer 92 Euro für den Zweitages-Skipass hinlegt, mag sich vielleicht eine Brotzeit mitbringen.


Wir übernachteten im sehr angenehm unaufgeregten Hintertuxerhof (DZ mit Halbpension ab 90 Euro pro Person) und freuten uns auf die zweite Chance. Wir haben sie bekommen: Der bessere, nein der wirklich gute Tipp sind Eggalm, Rastkogel und Penken. Der Föhn bleibt an Olperer und Tuxer Joch hängen, im Windschatten gibt es einen Hauch von Frühjahrskifahren im Hochwinter. Und hoch genug sind die Pisten: Auf 2000 bis 2500 Metern hält der Kunstschnee, sogar die „Harakiri“, mit 78 Prozent Gefälle steilste Piste der Alpen, ist für den Freizeit-Neureuther kein Problem.


Weil im Januar noch nichts los ist – die Österreicher haben erst im Februar ihre „Energieferien“, steht hier keiner an am Lift, und im Gschösswandhaus gibt’s die gschmackigen Spinatknödel mit Butter und kleinem Salat für 9,90 Euro auch ohne Wartezeit. Es gibt ihn also noch, den Wintertraum. Man muss halt nur ein weniger höher hinaus, und ein wenig tiefer in die Tasche greifen.

 

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