Kita, Schule, Sportstätte, Straße, Verwaltung: Es wird kräftig gebaut. Die AZ hat sich das genauer angesehen. In Auloh müssen die Anwohner für die Erschließung zahlen.

Landshut - Die sommerliche Baustellenrundfahrt hat Oberbürgermeister Alexander Putz, Mitarbeiter des Baureferats um Baudirektor Johannes Doll sowie Medienvertreter am Montag zu fünf Bauprojekten der Stadt geführt. Es wurde ein Querschnitt durch die aktuellen Investitionsschwerpunkte gezeigt.

Der Waldorfkindergartenmit Blick auf die Burg: Der Rohbau des Waldorfkindergartens ist fast fertig. Er schließt mit seiner Ziegelfassade an den Richard-Schirrmann-Weg an und bietet Platz für 50 Kinder in zwei Gruppen.

Vom 30 Meter langen Gang mit den Garderoben aus bieten Fenster in verschiedenen Höhen Kindern als auch Erwachsenen einen Blick auf die Burg. Zur Gartenseite öffnen sich ebenerdig die beiden Gruppen- und ein Mehrzweckraum, im Stockwerk darunter sind Büro- und Lagerräume sowie ein Elterntreffpunkt angesiedelt.

Auch auf das vielfach diskutierte Flachdach, das mit Ziegelsplitt die Fassadenfarbe aufnehmen und zudem begrünt wird, gingen Doll und Putz ein: Mit einem aufgesetzten Dach würde das Gebäude deutlich mehr in Erscheinung treten, wie sie sagten.

Wie es hieß, liegt die Baustelle gut im Termin- und Kostenplan. Im Frühjahr 2019 soll der Kindergarten fertig sein; dann wird der denkmalgeschützte Altbau für eine Krippengruppe saniert. Die Baukosten betragen insgesamt rund 3,8 Millionen Euro, wovon rund 1,1 Millionen Euro gefördert werden.

Die Turnhalle der Grund- und Mittelschule St. Nikola: Weit fortgeschritten ist der Turnhallen-Bau an der Grund- und Mittelschule St. Nikola. Voraussichtlich Ende des Jahres soll die Zweifachturnhalle fertig sein.

Während früher die beiden Turnhallen untereinander lagen, wurden sie nun nebeneinander angesiedelt. Um trotzdem Platz für den Allwetterplatz zu lassen und um das Schulgebäude nicht zu verschatten, wurde die Turnhalle zur Hälfte im Boden eingegraben.

Über die Umkleiden ist sie an die Schule angebunden. Die Halle wurde mit Betonfertigteilen errichtet, das Dachtragwerk ist aus Stahl - das ist auch dem Umstand geschuldet, dass die 30 Meter langen Dachträger aus Platzgründen nicht in einem Stück angeliefert werden konnten.

Die Prallwände strahlen freundlich grün, der Boden soll schwarz werden - das hat unter anderem Vorteile für die Tischtennisvereine, die die Halle ebenfalls nutzen.

Die Halle ist in der Mitte trennbar, sodass zwei Klassen gleichzeitig unterrichtet werden können. In ihrer vollen Größe ist sie zudem als Wettkampffläche für Vereine geeignet. Von den rund fünf Millionen Euro Investitionskosten werden 3,5 Millionen gefördert, unter anderem durch die Hochwasserhilfe.

Die Erweiterung des Rathauses 2: Als einen Glücksfall bezeichnete es Oberbürgermeister Alexander Putz, dass man vor einigen Jahren das frühere E.on-Gebäude an der Luitpoldstraße kaufen konnte, um das an seine Kapazitätsgrenzen stoßende Rathaus 2 zu erweitern. Auf rund 600 Quadratmetern Nutzfläche sollen 60 Arbeitsplätze entstehen - vor allem für das Jugendamt der Stadt, das in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist.

In dem aus den 60er Jahren stammenden Gebäude sind umfangreiche Abbruch- und Renovierungsmaßnahmen nötig. Das Projekt ist in mehrere Bauabschnitte gegliedert, wie der stellvertretende Leiter des Amts für Gebäudewirtschaft, Werner Einhell, sagte.

Der Glaspavillon wird zum Eingangs- und Ausstellungsbereich umgebaut. Voraussichtlich im Juni 2019 sollen die ersten Mitarbeiter einziehen, im Herbst soll dann auch das restliche Gebäude fertig sein. Der Umbau kostet rund 4,25 Millionen Euro.

Der Ausbau der Kanalstraße: Die Kanalstraße in Auloh wird seit 2017 in zwei Abschnitten ausgebaut: Der rund 570 Meter lange westliche Teil bis zur Memelstraße ist bereits fertig, der östliche Teil bis zur Steffi-Graf-Straße ist gerade im Bau. Auf diesem 650 Meter langen Teil wird zudem ein neuer Gehweg angelegt. Voraussichtlich zum Jahresende soll der Straßenbau abgeschlossen sein.

Im Vorfeld hatte es Diskussionen darüber gegeben, ob die Straße zum ersten Mal ausgebaut wird oder ob es sich um eine Sanierung handelt - Stochwort Straßenausbaubeitragssatzung (siehe Kasten).

Sanierung im Eisstadion: Warum wird am Eisstadion schon heuer gebaut, obwohl die Generalsanierung erst im kommenden Jahr ansteht ?

Aktuell wird für rund 1,94 Millionen Euro der nordwestliche Teil des Funktionsbaus saniert und umgebaut. Diese Maßnahme ist aber schon einige Jahre geplant und wäre ohnehin angestanden.

Ehemals kleinere Umkleide-"Kammerl" werden zu vier ausreichend großen Kabinen mit separaten Duschen für die Nachwuchsmannschaften umgebaut. Außerdem wird im Obergeschoss der früher extern vermietete Physiobereich zu einem Fitnessbereich für den EVL.

Zudem werden Schulungs- und Büroräume für den Bayerischen Eissport-Verband geschaffen, von dem der Umbau mit 800 000 Euro gefördert wird.

Im Zuge der Sanierung wird das Dach neu abgedichtet und gedämmt, werden Lüftungs- und Sanitäranlagen erneuert sowie Fenster und Türen ausgetauscht. Über eine Rampe ist der Sportlereingang künftig schwellenlos. Die Bauarbeiten haben im April begonnen und werden weitestgehend in der eisfreien Zeit durchgezogen. Voraussichtlich Ende September/Anfang Oktober sollen die Räume übergeben werden. Darüber hinaus läuft die Planung für die große Sanierung unter Hochdruck, wie Architekt Thomas Dumps sagte.