AZ-Ratgeber Preisfallen beim Fliegen: Vorsicht vor versteckten Kosten!

Trolleys im Handgepäck: Bei einigen Fluggesellschaften kostet die Mitnahme neuerdings extra. Foto: Pixabay

Urlaubsreisen und Flüge werden im Internet häufig zu Schnäppchenpreisen verkauft: Bereits für wenige Euro können Reisende Flüge buchen oder in die großen Ferien starten. Fluggesellschaften und Reiseanbieter scheinen deshalb immer intensiver zu versuchen, an Zusatzleistungen zu verdienen – mal offensichtlicher und mal versteckt im Kleingedruckten. Wir haben uns umgeschaut, wo Preisfallen und versteckte Kosten beim Fliegen lauern.

München - Mit dem Smartphone, Tablet oder Computer lässt sich innerhalb von Minuten der nächste Urlaub ausfindig machen. Im Internet in Apps oder auf Websites warten an jeder Ecke Schnäppchenangebote, die Lust auf die nächste Reise machen. Mit dem Billigflieger geht es bereits für 39,99 Euro nach Venedig oder eine ganze Pauschalreise gibt es schon für weniger als 200 Euro. Da fragen sich viele Reisende, wer da überhaupt noch etwas dran verdient. Die Anbieter scheinen sich dies auch zu fragen. Denn immer häufiger versuchen die Airlines, Reiseveranstalter und Vermittler, mit versteckten Kosten zusätzlich Kasse zu machen. Deshalb ist Vorsicht geboten bei der Buchung. Wer nicht aufpasst, kann den Preis seiner vermeintlichen Schnäppchenreise schnell mehr als verdoppeln.

Fallstricke lauern schon bei der Buchung im Internet, aber auch bei der Anreise zum Airport kann es noch richtig teuer werden.

Versicherungen und Zusatzleistungen bei der Buchung prüfen

Extrakosten lauern schon beim Buchungsvorgang. Wer einen Flug oder einen Pauschalurlaub in einem Buchungsportal auswählt, wird hinterher häufig noch durch einen Reigen an Zusatzleistungen geschickt. Mit nur einem zusätzlichen Häkchen können Reiserücktrittsversicherung, Gepäckversicherung, Reisekrankenschutz, Mietwagen und zum Teil sogar Kreditkarten oder ähnliche Dienstleistungen beantragt werden, die mit der Reise kaum noch etwas zu tun haben. Besonders beim Versicherungsschutz suggerieren viele Anbieter, dass eine Zubuchung alternativlos ist.

„Wollen Sie wirklich auf ihren Versicherungsschutz verzichten? Ihnen könnten hohe Kosten entstehen.“ wird da beispielsweise verunsichernd gefragt, wenn der Reise keine Versicherung wünscht. Das stimmt in der Regel nicht: Wer im Internet Preise vergleicht, findet häufig günstigere Alternativen, um seine Reise zu versichern. Zumal bei den Zusatzangeboten noch weitere Haken lauern. Die Reiserücktrittsversicherung wird in einigen Fällen für 12 Monate abgeschlossen und verlängert sich danach zu einem deutlich höheren Preis um ein weiteres Jahr, wenn der Kunde nicht rechtzeitig kündigt. Das steht jedoch oftmals nur im Kleingedruckten und ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich.

Wer einen Flug oder eine Pauschalreise bucht, sollte deshalb unbedingt aufpassen, dass er nicht den falschen Haken setzt.

Platzwahl im Flugzeug

Nicht nur Zusatzversicherungen bei der Buchung können ordentlich ins Geld gehen. Auch die Sitzplatzwahl im Flugzeug kostet mittlerweile bei vielen Fluglinien extra. Wer eine Pauschalreise bucht, hat zudem das Problem, dass in den allermeisten Fällen die Sitzplatzbuchung noch nicht inkludiert ist. Mit etwas Glück kann man als Pauschalreisender über die Buchungsnummer bereits vor dem Flug direkt bei der Airline einen Platz für sich und Mitreisende hinzubuchen. Schlimmstenfalls wird der Sitz beim Check-in festgelegt. Viele Reiseexperten vermuten mittlerweile, dass Airlines Passagiere, die nicht vorab zahlen möchten, gezielt auseinandersetzen.

Wer nur den Flug bucht, hat es da häufig einfacher: Direkt im Buchungsprozess können für alle Reisenden Plätze reserviert werden. Bis zu 35 Euro pro Person und Strecke werden hierfür auf der Kurzstrecke fällig. Auf der Langstrecke sogar noch empfindlich mehr! Bei der Auswahl der Fluglinie sollten diese Kosten unbedingt mit einkalkuliert werden. Manche günstigen Flugangebote entpuppen sich durch Zusatzkosten für den Sitzplatz wohlmöglich im Nachhinein als deutlich teurer. Wem es wiederum egal ist, wo er im Flugzeug sitzt, der hat noch zusätzliches Sparpotential in Aussicht.

AZ-Ratgeber FliegenWer die Sitzeplätze nicht vorab reserviert, sitzt unter Umständen weit entfernt von seinen Mitreisenden. Foto: Pixabay

Aufpreis bei Koffern: Gepäck kostet immer häufiger extra

Ähnlich ist es um das Gepäck bestellt, das aufgegeben werden soll. Während die Handgepäckvorschriften immer weiter verschärft werden und viele Airlines penibel darauf achten, dass die mitgenommenen Stücke nicht größer als eine kleine Tasche sind, hat zum Beispiel Ryanair erst kürzlich die kostenlose Mitnahme von Trolleys, also kleinen Koffern, in der Kabine unterbunden. Bei Koffern, die aufgegeben werden sollen, müssen Reisende unbedingt genau hinschauen.

Während noch vor einigen Jahren die meisten Fluggesellschaften 23 Kilogramm Freigepäck angeboten haben, wird diese Grenze immer häufiger immer weiter beschnitten. Aktuell ist bei vielen Airlines die Grenze von 15 Kilogramm Usus. Einige Airlines führen derzeit zum bisherigen Preistarif eine neue Economy-Klasse ein, in der nur noch Handgepäck-Mitnahme angeboten wird. Wer wie bisher ein Gepäckstück mitnehmen möchte, zahlt also abermals drauf. Bis zu 80 Euro pro Koffer und Strecke verlangen einige Airlines als Aufpreis. Ebenso wie bei der Sitzplatzwahl sollten Fluggäste penibel darauf achten, dass in ihrer Buchung bereits das Gepäck berücksichtigt ist. Selbst auf der Kurzstrecke können schnell bis zu 35 Euro pro Strecke extra berechnet werden. Am schlimmsten trifft es Urlauber, die ihr Gepäck beim Check-in am Flughafen einbuchen müssen. Hier droht ein böses Erwachen: Am Schalter werden häufig noch einmal deutliche Aufschläge von bis zu 50 Prozent fällig. Reisende sollten deshalb auch hier unbedingt direkt bei der Buchung das Gepäckstück mit einbeziehen.

Teures Parken am Flughafen – und eine günstige Alternative

Wer alle Herausforderungen der Reiseplanung wie Zusatzversicherungen, Sitzplatzwahl im Flugzeug und Freigepäck erfolgreich gemeistert hat, sieht sich noch einer weiteren Kostenfalle ausgeliefert: Der Anreise zum Flughafen. Nach wie vor reisen viele Urlauber mit dem Auto zum Airport an und parken ihren Wagen dort während des gesamten Urlaubs. Und auch hier drohen horrende Preise: Einige Parkhäuser in unmittelbarer Nähe zu den Terminals kosten mehr als ein Flug oder gar als eine ganze Pauschalreise.

Die Flughäfen Düsseldorf und München gehören zu den teuersten Standorten für Dauerparker in ganz Deutschland. In Düsseldorf etwa können Reisende während eines zweiwöchigen Urlaubs bis zu 501 Euro für einen Stellplatz einplanen. Im günstigsten Sonderangebot werden immer noch 60 Euro fällig – allerdings nur solange der Vorrat reicht. In München kosten die 15 Tage zwischen 138 und 272 Euro. Mit etwas Glück ist ein abgelegener Langzeitparkplatz hier schon als Online-Angebot für 67 Euro zu haben, wenn mehrere Wochen vorher gebucht wird. In jedem Fall sollten Urlauber ihren Parkplatz bereits vorab bei der Reisebuchung mit einbeziehen. Wer erst vor Ort am Airport nach einem Parkhaus sucht, wird sich mit Sicherheit mit den teuersten Stellplätzen begnügen müssen – und auch hier droht im Einzelfall noch ein bis zu 50 prozentiger Aufpreis gegenüber den Online-Preisen.

AZ-Ratgeber FliegenSo glücklich sehen wohl nur Reisende aus, die ein Parkplatz-Schnäppchen gemacht haben. Foto: Flughafen München AG

Mit alternativen Parkplatz-Anbietern kräftig sparen

Für alle Ferienreisenden, die mit dem PKW am Flughafen kein böses Erwachen erleben wollen, gibt es noch eine weitere Möglichkeit, beim Parken am Airport deutlich weniger zu bezahlen. Weil viele offizielle Flughafenparkplätze so exorbitant teuer sind, haben sich rund um die großen Verkehrsflughäfen viele alternative Anbieter von Parkmöglichkeiten angesiedelt. Dazu gehören überdachte Parkhäuser und Außenstellplätze, aber auch Hotels und KFZ-Werkstätten bieten freie Stellplätze in der Nähe der Airports an. Und hier können Urlauber zum Teil kräftig sparen.

Auffindbar sind diese alternativen Anbieter auf speziellen Buchungsportalen im Internet, die die Preise für alternative Parkplätze auflisten und vergleichen. Beim Marktführer Parkplatzvergleich.de kostet das Parken am Flughafen München bereits ab 31 Euro für 8 Tage. Und für zwei Wochen ruft der günstigste Anbieter 47 Euro auf. Insgesamt ist dies weniger als ein Viertel des Preises, der für das Terminal-Parken in München fällig werden würde.

Das Portal Parkplatz.de geht sogar noch weiter: Hier können Reisende ihren Parkplatz direkt auf der Seite buchen, ohne zu einem Drittanbieter weitergeleitet zu werden. So kennt man es bereits von Hotel-Buchungsplattformen wie booking.com oder HolidayCheck. In jedem Fall lohnt es sich, zu vergleichen: Urlauber können somit bei alternativen Anbietern noch einmal enorm sparen – und sich eine Menge Extra-Taschengeld für die Reise sichern.

Preise für das Parken am Flughafen München

   
Offizielle Parkhäuser für 8 Tage 93 bis 202 Euro
Offizielle Parkhäuser für 15 Tage 138 bis 272 Euro
Alternative Anbieter für 8 Tage ab 31 Euro
Alternative Anbieter für 15 Tage Ab 47 Euro *

* Alle Preise vom 28. November 2017 auf der offiziellen Website des Flughafens aufgerufen. Die Kosten für einen Parkplatz können je nach Aufenthaltsdauer, Reisezeit und Passagieraufkommen variieren.

Unbedingt das Kleingedruckte lesen!

Wer sich im Internet eine Schnäppchenreise sichern will, die auch wirklich bis zum Ende ein günstiger Schnapper bleibt, sollte unbedingt die Augen offenhalten und gründlich das Kleingedruckte lesen. Neben den Kosten für Versicherungen, der Sitzplatzwahl, dem Freigepäck und den Parkplätzen sollten Reisende zudem auf eine Vielzahl weiterer Faktoren bei der Planung achten: Das günstigste Angebot hat häufig keinen Transfer am Urlaubsort, maximal nur Frühstück inklusive und auch die Zimmerwahl ist bei den günstigsten Angeboten oft etwas dürftiger.

Sehr oft bietet der Reiseveranstalter neben diesen besonders günstigen Lockangeboten etwas versteckt für nur wenige Euro mehr eine Ausschreibung, in der all diese Leistungen beinhaltet sind. Sich einen Augenblick zu nehmen und noch weiter zu suchen, ist also oftmals von Vorteil. Denn wer auf seiner Pauschalreise alle wichtigen Leistungen zum kleinen Preis dabei hat, kann während des Urlaubs wirklich entspannt die Füße hochlegen!

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