AZ-Ratgeber Kopfweh ade - ganz ohne Pillen: Hilfreiche Hausmittel

Autorenprofil Ruth Schormann
Kopfschmerzen behandeln - ganz ohne Pillen und Medikamente. Die AZ erklärt, wie's funktioniert. (Symbolbild) Foto: Oliver Killig/dpa

Schmerzen hinter der Stirn plagen viele – der Griff zur Tablette liegt nah. Doch es gibt auch andere Mittel, die Abhilfe schaffen können. Die AZ stellt Tipps eines Heilpraktikers vor.

Es pocht, es sticht, es hämmert, es drückt: Ein Brummschädel plagt jeden einmal, die Ursachen sind vielfältig. Und es gibt verschiedene Arten von Kopfschmerz: Allein an Migräne leiden, so schätzt man, etwa neun Millionen Menschen in Deutschland. Aber was hilft denn dagegen, außer zu Medikamenten zu greifen?

Der Heilpraktiker Fritz Mülller hat in einem kleinen Buch "Die 50 Kopfschmerz-Killer" zusammengefasst. Er empfiehlt Schmerzgeplagten, neue Wege auszuprobieren. "Es gibt nicht immer nur die Alternative Tabletten oder aushalten", schreibt der Naturheilkundler. Wir haben einige seiner verschiedenen Ratschläge gegen die verschiedenen Arten von Kopfweh (siehe rechts) ausgesucht.

Wie oft und wann tut es weh?

Es gibt unterschiedliche Arten von Kopfschmerzen, die sich gegenseitig nicht ausschließen. Auch Mischformen sind möglich, schreibt Fritz Müller. Er beschreibt drei Schmerztypen:

Spannungskopfschmerz: Wer verspannt ist, häufig morgens Kopfschmerzen hat und wetterfühlig ist, könnte unter Spannungskopfschmerzen leiden. Sie ziehen beidseitig mit wechselnder Stärke, sind morgens meist häufiger.

Migräne: Es pocht, sticht hinter dem Auge und der Schmerz wird begleitet von Übelkeit und Lichtempfindlichkeit. Wer auf klimatische Einflüsse reagiert und einen unregelmäßigen Tagesrhythmus hat, kann unter Migräne leiden. Sie kann über Tage anhalten, so Müller.

Cluster-Kopfschmerz: Dieser Typ ist seltener, die stechenden Schmerzen aber umso heftiger. Tränende Augen, ein rotes, schwitzendes Gesicht und ein starker Bewegungsdrang können Indizien für den Cluster-Kopfschmerz sein, schreibt Müller. Dieser Schmerz tritt gerne nachts, im Frühjahr oder Herbst auf.

Das hilft bei Spannungs-Kopfschmerzen

Abfließen: Entspannungsübungen können helfen, den Schmerz zu verringern. Müller empfiehlt, meditativ zu gehen. Dabei stellt man sich vor, der Schmerz fließt vom Kopf in die Füße und in die Erde ab: Einatmen, den Fuß aufsetzen, dabei ausatmen. Die Übung sollte man bei einem Spaziergang in der Natur, der eh nie verkehrt ist, ausprobieren. Wer eher unter Anleitung meditieren mag, dem empfiehlt Heilpraktiker Fritz Müller Autogenes Training.

Einwickeln: Verspannungen im Nacken können Kopfschmerzen auslösen. Abhilfe schaffen Wickel, etwa mit warmen Kartoffeln gefüllt. Dafür kocht man drei bis fünf ungeschälte Kartoffeln, zerdrückt sie nach kurzem Abkühlen und legt sie in ein Küchentuch. Das wickelt man zusammen und legt es für bis zu 15 Minuten in den Nacken. Auch im Ofen erwärmte Dinkel- oder Kirschkernkissen helfen, schreibt Müller.

Probieren: Fahrradhelm oder Mütze sind für Radler und im Winter kaum verzichtbar und wichtig. Doch auch Kopfbedeckungen können Schmerzen verursachen. Helme sollte man daher laut Müller unbedingt vor dem Kauf ausleihen und ausprobieren – verstellbare Helme seien besser. Er empfiehlt Mützen, die überwiegend aus natürlicher Wolle bestehen, denn synthetische Materialien bewirken eine elektrische Aufladung.

Aufkochen: Heilpraktiker Müller schreibt, wer wegen geistiger Erschöpfung Kopfweh hat, sollte sich mal ein Süppchen aus zerstoßenen Maronen (oder Kastanienmehl), Dinkelmehl, Honig und Zimt kochen. Die Herbstfrucht wirke entgiftend und wärmend. Sie soll Gehirn, Milz und Herz stärken und außerdem die Leber reinigen.

Wegdrücken: Gehen Sie mal wieder zum Optiker! Denn stimmen der Grad der Sehschärfe, der Sitz oder die Passform Ihrer Brille nicht, kann das den Kopf belasten. Zum Beispiel, weil das Gestell auf die Nase drückt. Hier kann ein Optiker helfen.

Entstrahlen: Menschen, die mit Kopfschmerzen auf Elektrosmog reagieren, nennt man elektrosensibel. Sie sollten mehrmals täglich lüften und versuchen, das Handy aus dem Schlafzimmer zu verbannen. Müller empfiehlt als "Erste-Hilfe-Maßnahme" eine Salzkristall-Lampe, die negative Ionenbelastung im Raum reduzieren soll.

Abbeißen: Wer Kopfschmerzen bei zu viel Stress bekommt, sollte in seine Ernährung viele Lebensmittel integrieren, die Vitamin C enthalten, empfiehlt der Heilpraktiker in seinem Buch. Denn Vitamin C fördert den Sauerstoffgehalt im Blut und reduziert den "oxidativen Stress". Vitamin C findet sich in Meerrettich, Tomaten, Schnittlauch, Kiwi, Grapefruit und Äpfeln. Müller empfiehlt, heimische Bio-Sorten zu naschen, etwa Berlepsch, Jonathan oder Boskop. Sie könnten auch bei allergiebedingten Kopfschmerzen zum Einsatz kommen.

Gegen gehäuft auftretende Schmerzen

Im Akut-Fall: Hochdosiertes Magnesium, das als Pulver direkt eingenommen wird, kann bei den seltenen, aber heftigen Cluster-Kopfschmerzen helfen. Ebenso empfiehlt Müller, ein Glas leicht verdünnten Zitronensaft oder Kaffee mit Zitronensaft zu trinken. Das Vitamin C kann den Schmerz lindern (siehe "Abbeißen").

Ursachen-Forschung: Es wird vermutet, schreibt Müller, dass Cluster-Kopfschmerzen nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel auftreten. Hier kann es helfen, ein Ernährungstagebuch zu führen. Wer nach und nach die Lebensmittel weglässt, die er vor oder am Tag der Schmerzen konsumiert hat, könnte so dem Auslöser auf die Spur kommen. Ein weiterer Grund kann Übersäuerung sein. Wer viele basische Lebensmittel, wie Obst und Gemüse, in den Speiseplan aufnimmt, kann der Übersäuerung entgegenwirken.

Was tun bei Migräne?

Meiden: Es klingt hart, aber wer zu Migräne-Attacken neigt, sollte auf gewisse Genuss- und Lebensmittel verzichten, rät Müller. Zumindest in der Schmerzphase gehören dazu Kaffee und Nikotin. Auch bestimmte Schokoladen-Sorten können Migräne auslösen, wenn in ihnen Sojalecithin enthalten ist, schreibt der Heilpraktiker.

Aufbrühen: Es gibt mehrere Tees, die bei Kopfschmerzen helfen. Müller empfiehlt etwa Melissen-Tee, der entspannend und krampflösend wirken soll, oder auch Augentrost. Die Heilpflanze hilft auch gegen Lichtempfindlichkeit, die Migränepatienten oft plagt. Außerdem hilfreich: Zwei, drei Tassen Weidenrinden-Tee. Ihm wird auch eine fiebersenkende Wirkung nachgesagt.

Einölen: Müller rät, nur kaltgepresste Öle in der Küche zu verwenden. Sie enthielten alle wichtigen Nährstoffe. Obacht! Olivenöl, so schreibt Müller, sollten Patienten mit Schläfenkopfschmerz meiden. Es enthalte Säuren, die die Galle reizen könnten. Der spezielle Kopfschmerz ist die Folge davon.

Richtigstellen: Präventiv lohnt es sich, einen Arzt einmal die Wirbelsäule überprüfen zu lassen. Denn Fehlstellungen der Wirbel können Nerven, Lymphgefäße und Blutbahnen beeinflussen und dadurch Kopfschmerzen auslösen.

Eincremen: Wer nervös ist, sich mit einem schweren Kopf plagt oder auch verstopfte Nasennebenhöhlen hat, dem empfiehlt der Heilpraktiker eine Veilchensalbe, die es in der Apotheke zu kaufen gibt. Sie helfe, wenn man sie quer über die Stirn und auf die Haut über den Nebenhöhlen aufträgt.


Fritz Müller: "Die 50 besten Kopfschmerz- Killer", Trias-Verlag; 9,99 Euro; erschienen im August 2018

 

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