AZ-Newsblog zum Mega-Tropensturm Nach "Irma": Acht Menschen sterben Hitzetod in Pflegeheim

Polizeieinsatzim Pflegeheim. Vermutlich wegen der Hitze und einer ausgefallenen Klimaanlage sind acht Senioren ums Leben gekommen. Foto: John Mccall/South Florida Sun-Sentinel/AP/dpa

Wind und Regen lassen nach, und die Überschwemmungen gehen langsam zurück. In Florida wird aber nun das Ausmaß der Schäden durch Sturm "Irma" sichtbar. Die Zahl der Todesopfer steigt kontinuierlich. Alle Entwicklungen im AZ-Newsblog.

Miami - Nach "Harvey" kam "Irma". Einer der größten Hurrikans in der Geschichte der Wetteraufzeichnungen hat im US-Bundesstaat Florida schwerste Verwüstungen angerichtet und mindestens 30 Menschen getötet, nachdem er zuvor zahlreiche Inseln in der Karibik ins Chaos gestürzt hatte. Der Hurrikan traf mit Windgeschwindigkeiten von über 200 km/h aufs Festland. Millionen Haushalte waren ohne Strom.

6,5 Millionen Menschen waren zuvor aufgefordert, sich vor "Irma" in Sicherheit zu bringen. Das entspricht rund 30 Prozent der Bevölkerung des Bundesstaates - es war eine der größten Evakuierungsaktionen in der Geschichte der USA. Weit über 100.000 Menschen harrten in Notunterkünften aus. 

Irma ist einer der stärksten jemals registrierten Wirbelstürme im Atlantik. Die Schneise der Verwüstung ist gewaltig. US-Präsident Donald Trump wollte am Donnerstag nach Florida reisen, um von dem Sturm zerstörte Gebiete zu besuchen.

Alle aktuellen Entwicklungen finden Sie hier im AZ-Newsblog:

+++ Defekte Klimaanlage: Acht Patienten in einem Pflegeheim sterben +++

Es müssen dramatische Szenen gewesen sein, die sich in den frühen Morgenstunden des Mittwochs in einem Altenheim in Florida abgespielt haben: Zwei Mal wurden die Rettungskräfte in die Einrichtung in der Stadt Hollywood gerufen. Zwei Mal kamen sie und brachten Bewohner ins Krankenhaus. Nachdem ein dritter Notruf eingegangen war, fanden sie im zweiten Stock drei Tote. In dem Heim war die Klimaanlage ausgefallen, nachdem der schwere Hurrikan "Irma" über Florida hinweggezogen war. Die Zahl der Todesopfer stieg im Laufe des Mittwochs weiter. Polizeichef Tomas Sanchez bestätigte am Abend acht Tote. Sie waren zwischen 71 und 99 Jahre alt.

Die Behörden vermuten, dass die Todesfälle etwas mit der Hitze zu tun gehabt haben könnten. In Hollywood, das nördlich von Miami liegt, herrschten am Dienstag und Mittwoch Temperaturen von mehr als 30 Grad. Obduktionen sollten die genaue Todesursache klären. Polizeichef Tomas Sanchez sagte, man schließe derzeit nichts aus.

+++ Jacksonville steht unter Wasser +++

Während die Einwohner von Florida nach Rekordsturm "Irma" nach und nach in ihre Häuser zurückkehren, kämpfen einige Gebiete im Südosten der USA weiter mit Überflutungen. Die Großstadt Jacksonville im Nordosten Floridas stand am Dienstagabend (Ortszeit) weiter unter Wasser, wie US-Medien berichteten. Meteorologen warnten zudem vor einer Verschlimmerung der Lage – der in der Stadt mündende St. Johns-Fluss bringe viel Wasser.

+++ Stars sammeln Millionen für Opfer +++

Stars wie Beyoncé, George Clooney, Julia Roberts, Barbra Streisand und Reese Witherspoon haben mit einem TV-Spendenmarathon Geld für die Opfer der Wirbelstürme "Harvey" und "Irma" gesammelt. Bei der Veranstaltung am Dienstagabend (Ortszeit) kamen nach ersten Angaben rund 15 Millionen Dollar (etwa 12,5 Millionen Euro) zusammen. "Der Refrain, den man von Corpus Christi bis Key West und wieder zurück hört, lautet: "Ich habe alles verloren"", sagte Schauspieler Justin Timberlake. "Millionen von Menschen brauchen Hilfe." Der Erlös des Spendenmarathons soll verschiedenen Hilfsorganisationen zufließen, die nach den Katastrophen in Texas durch "Harvey" und in Florida durch "Irma" im Einsatz sind. Mehr Informationen dazu gibt es hier.

+++ Immer noch Millionen ohne Strom +++

Im US-Bundesstaat Florida sind nach dem Durchzug von Hurrikan "Irma" Medienberichten zufolge immer noch 15 Millionen Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten. Auch im nördlichen Nachbarstaat Georgia hätten fast eine Million Menschen keine Elektrizität, berichtete die US-Zeitung USA Today am Dienstag unter Berufung auf jüngste Zahlen aus dem Heimatschutzministerium in Washington. Die Zeitung The Washington Post sprach von Stromausfällen in bisher beispiellosem Ausmaß.

Mindestens 54 Prozent der Häuser und Unternehmen in Florida seien am frühen Dienstag ohne Strom gewesen, schrieb die Zeitung. Die zusammengebrochene Versorgung könnte nun auch die Rückkehr vieler Einwohner zu ihren Häusern verzögern. "Irma" war am Sonntag als Hurrikan der Stufe vier über Florida hinweggefegt. Am Montagabend schwächte sich das Unwetter zu einem tropischen Tief ab, brachte aber weiterhin starken Regen, heftigen Wind und Überschwemmungen mit. Auch Georgia und South Carolina bekamen die Auswirkungen zu spüren.

+++ König Willem: "Das übersteigt alle Vorstellungskraft" +++

"Irma" schwächt sich über dem US-Festland ab - doch in der Karibik wird schon deutlich, welch immense Verwüstungen der Sturm hinterlässt. "Das übersteigt alle Vorstellungskraft", sagte der niederländische König Willem-Alexander am Dienstag bei einem Besuch des karibischen Sint Maarten dem heimischen Fernsehen. "So etwas habe ich noch nie gesehen. Und ich habe ziemlich viel Naturgewalt und Kriegsgewalt gesehen."

Als Hurrikan der höchsten Stufe war "Irma" vor knapp einer Woche über die niederländisch-französische Insel gezogen. Insgesamt kamen in der gesamten Region bisher mindestens 48 Menschen ums Leben. In der Karibik gab es 37 Todesopfer, darunter zehn in Kuba, wie ABC berichtete. In den USA starben dem Sender zufolge weitere elf Menschen.

+++ Aufräumarbeiten in Florida beginnen +++

In Florida haben nach dem Hurrikan "Irma" die ersten Aufräumarbeiten begonnen. Das Ausmaß der Schäden wird dort nach und nach sichtbar. In der Nacht zum Dienstag bewegte sich "Irma" nach Nordwesten in Richtung der US-Bundesstaaten Alabama und Tennessee. Bis zum Abend könnte sich das Tief den Prognosen zufolge auflösen. Schätzungen zufolge kamen in der gesamten Region bisher rund 45 Menschen ums Leben.

+++ Florida Keys möglicherweise über Wochen nicht erreichbar +++

Nach dem verheerenden Hurrikan "Irma" geht das Weiße Haus davon aus, dass Bewohner der Florida Keys möglicherweise über Wochen nicht auf die Inselgruppe zurückkehren können. Es werde dauern, bis sich die Gegend von dem Sturm erholt habe, sagte der Heimatschutzberater von US-Präsident Donald Trump, Tom Bossert, am Montag in Washington. Man habe Grund zur Annahme, dass einige der Zugbrücken, die die Straßen zwischen den Inseln verbinden, verbogen seien. "Ich würde davon ausgehen, dass Einwohner über Wochen nicht auf die Keys gelangen können."

Die Inselgruppe war am Sonntagmorgen (Ortszeit) direkt vom Auge des Sturms getroffen worden. Sie liegt vor der Südspitze Floridas und hat rund 70 000 Einwohner. Die einzige Landverbindung zwischen den Inseln und dem Festland ist der Overseas Highway, der im weiteren Verlauf zum großen Teil aus Brücken besteht.

"Irma" hinterließ auf den Keys gewaltige Verwüstung. Auf Bildern waren zerstörte Häuser zu sehen, sie hatten sich zum Teil von ihren Fundamenten gelöst. Boote wurden aufs Land gespült, Bäume knickten ein. Es kam zu Stromausfällen. Um die Rettungsmaßnahmen zu unterstützen, schickte das Verteidigungsministerium einen Flugzeugträger zu den Inseln.

+++ Video eines AZ-Lesers aus Miami zeigt Zerstörungskraft von Irma+++

+++ Klimaforscher: "Die Elemente wenden sich gegen uns" +++

Sind die jüngsten Naturkatastrophen eine Folge des Klimawandels? Für den Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Hans Joachim Schellnhuber, ist die Sache klar: "Das Jahr 2017 zeigt uns auf bitterste Weise, warum die Wissenschaft seit Jahrzehnten vor dem Klima-Chaos warnt: Die Elemente Feuer, Wasser und Luft wenden sich nun gegen uns, weil wir den Planeten aus dem Gleichgewicht bringen."

+++ Irma auf Kategorie eins heruntergestuft - erste Berichte über Plünderungen +++

Der Hurrikan "Irma" hat sich über dem Festland von Florida abgeschwächt, die Lage bleibt aber angespannt. Das nationale Hurrikanzentrum stufte den Sturm am frühen Montagmorgen auf die niedrigste Hurrikan-Kategorie eins zurück. Die Winde hätten sich auf bis zu 135 Stundenkilometer abgeschwächt. Zuvor waren Windgeschwindigkeiten von bis zu 229 Stundenkilometern gemessen worden. Im Laufe des Montags sollte "Irma" vom Hurrikan zum Tropensturm werden, während der Sturm über Nord-Florida ist.

Amerikanische Medien schilderten aus mehreren Städten an der Ostküste des US-Bundesstaats Überfälle, viele der Täter seien bewaffnet. In der Stadt Weston wurde nach Angaben verschiedener lokaler Medien ein 17 Jahre alter Dieb von einem Sicherheitsbeamten angeschossen.

+++ Fünf Millionen Menschen ohne Strom +++

Laut örtlichen Behörden sind in Florida fünf Millionen Menschen ohne Strom, tausende nach wie vor auf der Flucht vor "Irma". Der Sturm zieht derweil weiter mit heftigem Sturm und starkem Regen über das Festland des US-Bundesstaats Florida. An der Grenze zum Auge des Wirbelsturms werden Windgeschwindigkeiten von bis zu 155 Stundenkilometern gemessen, teilte das US-Hurrikanzentrum in der Nacht zum Montag (Ortszeit) mit.

Das Auge bewegt sich in langsamem Tempo nordwärts und wird voraussichtlich zwischen den beiden Großstädten Tampa und Orlando hindurchziehen, wie der Sender ABC berichtete. Ein Meteorologe warnte: "Das Schlimmste kommt, wenn das Auge durchgezogen ist - dann kommt das Wasser". Die Menschen bereiten sich auf bis zu 4,5 Meter hohe Flutwellen vor.

+++ Irma trifft Florida schwer - das Schlimmste steht noch bevor +++

Florida in der Schockstarre: Das öffentliche Leben steht in großen Teilen des US-Bundesstaates still. Sechsspurige Highways - leer gefegt. Tankstellen - leergepumpt. Auf den Keys, ganz im Süden, sterben erste Menschen, als sie die Kontrolle über ihre Autos verlieren. Mehr als eine Million Haushalte sind ohne Strom.

6,5 Millionen Floridianer wurden aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. Es könnte der schlimmste Sturm werden, der die Halbinsel im Süden der USA je getroffen hat. 1992 hatte Hurrikan "Andrew" den Bundesstaat flächendeckend verwüstet. "Irma" könnte noch schlimmer werden. Im Südwesten, wo der Hurrikan im Laufe des Sonntags (Ortszeit) mit Windgeschwindigkeiten um die 200 Kilometer pro Stunde aufs Festland treffen sollte, ist kein einziges Geschäft mehr geöffnet.

Einige bleiben im eigenen Haus, verrammelt mit Sperrholzplatten und Metallpaneelen. Im Südosten, um Miami und Palm Beach herum, toben Tornados. Die Menschen fürchten, dass Sturmfluten das Meerwasser hereinwaschen. Bis zu vier Meter hoch könnten die Wellen werden, dort wo jetzt Häuser stehen und Straßen entlangführen.

+++ Der Sturm trifft auf's Festland +++

Es geht los: Das Zentrum des Hurrikans "Irma" hat die Südspitze Floridas erreicht. Nach Angaben von US-Meteorologen zog der Hurrikan der zweithöchsten Kategorie vier am frühen Sonntagmorgen (13Uhr MEZ) über die Inselkette der Florida Keys hinweg. Der Sturm ist besonders groß und extrem gefährlich. Er droht katastrophale Schäden anzurichten.

Der Kurs von "Irma" hat sich weiter leicht westwärts verändert und sollte in seinem Kern etwas vor der Küste entlang ziehen. Meteorologen machten deutlich, dass das für die Küstenbewohner eine schlechte Nachricht sei, schaufele der Sturm so doch mehr Wasser auf die Küste. Von Fort Myers bis hoch nach Tampa bereiteten sich die verbliebenen Menschen auf das Schlimmste und bis zu 4,5 Meter hohe Sturmfluten vor.

Weil "Irma" so groß ist, werden auch auf der Ostseite Floridas schwere Schäden und Überflutungen erwartet: Keine guten Aussichten für Miami.

+++ Irre Bilder: So weit zieht sich das Meer zurück +++

Der Tropensturm über dem Atlantik schickt seine Vorboten voraus. Neben den ersten Orkanböen, die bereits an der Küste Floridas zu spüren sind, zieht sich das Wasser auf den vorgelagerten Bahamas weit zurück. Der Hurrikan lädt sich auf. Im schlimmsten Fall trifft am Sonntag eine meterhohe Sturmflut auf den US-Bundesstaat. Ein Twitter-Video zeigt, wie der Hurrikan die riesigen Wassermassen zurück ins Meer zieht. Userin @SLandinSoCal schreibt nur: "Oh, mein Gott! Das Wasser rund um die Bahamas ist weg!"

+++ Sonntag: Irma nimmt an Fahrt auf +++

In seinem Kurs auf die Inselgruppe der Florida Keys hat der Hurrikan Irma wieder an Kraft gewonnen. Das US-Hurrikan-Zentrum in Miami stufte den Tropensturm in der Nacht zum Sonntag (Ortszeit) in die zweithöchste Kategorie 4 ein. "Irma" erreichte demnach Windstärken von bis zu 210 Kilometern pro Stunde. Die Meteorologen rechneten damit, dass er im weiteren Verlauf noch etwas stärker werden könnte.

Die Halbinsel sollte er dann im Laufe des Tages erreichen. Nach jüngsten Prognosen könnte der Sturm ein bisschen weiter westlich die Küste Floridas hinaufziehen, als zunächst erwartet worden war. Es war aber unklar, wo genau das Zentrum des Sturms an Land treffen könnte.

+++ Sonntag, 10.09.2017: "So einen Sturm haben wir noch nie gesehen"

Kurz bevor Irma Florida erreichen sollte, hat dessen Gouverneur Rick Scott noch einmal eindringlich vor dem Hurrikan gewarnt. "Das ist ein katastrophaler Sturm", sagte Scott am Samstag bei einer live im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz. "So etwas haben wir noch nie gesehen, er ist größer als unser Bundesstaat."

Scott rief alle Menschen in Evakuierungszonen erneut dringend auf, ihre Häuser sofort zu verlassen und Schutzräume aufzusuchen. Der Hurrikan könne tödlich sein. "Wenn Sie in einer Evakuierungszone sind, werden Sie die Flutwellen nicht überleben."

Florida sei insgesamt gut auf den Hurrikan vorbereitet. Es fehlten allerdings noch Krankenschwestern in den Schutzräumen, sagte Scott und forderte Freiwillige auf, sich zu melden.

+++ 09.09.2017: Tausende in Florida in Notunterkünften +++

Auf der Flucht vor Hurrikan "Irma" haben im US-Bundesstaat Florida bereits mehr als 50.000 Menschen Zuflucht in Notunterkünften gesucht. Das geht aus Zahlen des Notfallmanagements des Bundesstaates hervor. Insgesamt hatten bis zum Samstagnachmittag mehr als 300 Notunterkünfte geöffnet.

Der Hurrikan sollte Florida am Sonntag erreichen. Am Samstag schwächte er sich weiter ab, galt aber immer noch als extrem gefährlich. Das Hurrikanzentrum in Miami stufte den Sturm in die Kategorie 3 der fünfstufigen Skala hinab. Die Meteorologen warnten aber davor, dass der Hurrikan wieder an Stärke gewinnen könne, bevor er auf die Inselgruppe der Florida Keys trifft.

Nach den Vorhersagen könnte das Zentrum von «Irma» am frühen Sonntagmorgen (Ortszeit) auf der Inselgruppe an Land treffen - das ist gegen Sonntagmittag deutscher Zeit. Nach den Modellen würde der Sturm dann später am Tag auf dem Festland der Halbinsel nach Nordwesten abschwenken und die Westküste Floridas hinaufziehen.

+++ 09.09.2017: Irma wird etwas schwächer - Bewohner sollen Florida Keys verlassen +++

Der Hurrikan "Irma" hat bei seinem Zug über den Norden Kubas etwas an Kraft verloren. Der Tropensturm erreichte am Samstag Windgeschwindigkeiten von bis zu 215 Kilometern pro Stunde, wie das US-Hurrikan-Zentrum in Miami mitteilte. Die Meteorologen warnten aber davor, dass der Hurrikan vor seinem Eintreffen auf der Inselgruppe der Florida Keys wieder an Stärke gewinnen könnte.

Deren Bewohner werden nun eindringlichst gebeten, das Gebiet zu verlassen. Das Zentrum des Sturms könnte die Florida Keys den Vorhersagen zufolge am Sonntagmorgen (Ortszeit) erreichen. Es wird erwartet, dass der Hurrikan mit Windstärken von bis zu 250 Kilometern pro Stunde auf Land trifft.

Nach Angaben des Bezirks wurden alle Krankenhäuser und Notaufnahmen auf der Inselgruppe geschlossen. Notunterkünfte gab es auf den Inseln nicht. Die Behörden richteten aber vorübergehende Zufluchtsstätten ein. Auf der Inselgruppe leben rund 70.000 Menschen. 

Auch von Fort Myers bis Tampa bereiteten sich die Menschen am Samstag auf das Eintreffen des Hurrikans vor. Es wurden Zwangsevakuierungen für niedrigliegende Gebiete angeordnet. In den meisten Geschäften und Baumärkten waren sämtliche Generatoren, Taschenlampen, Spanplatten und sogar Trinkwasser ausverkauft. 

In Tampa sollte der internationale Flughafen am Samstagabend (Ortszeit) den Betrieb einstellen. Tampa liegt in einer Bucht des Golfs von Mexiko. Experten gehen davon aus, dass die Stadt und die umliegenden Bezirke schlecht gerüstet sind für einen Hurrikan.

+++ 09.09.2017: Frankreich verhängt Ausgangssperre auf Karibikinsel  +++

In dem von Hurrikan "Irma" stark zerstörten französischen Überseegebiet Saint-Martin haben die Behörden eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Die Sperre gelte von 19 Uhr abends bis 7 Uhr morgens (Ortszeit), teilten die örtlichen Behörden am Samstag mit. Die Maßnahme solle bis mindestens Mittwochmorgen in Kraft bleiben.

Mit der Ausgangssperre soll - auch wegen der Bedrohung durch Hurrikan "José" - das Risiko für Menschen und Eigentum minimiert werden. Die zwischen den Niederlanden und Frankreich geteilte Karibikinsel wurde schwer getroffen. Der französische Teil sei "zu 95 Prozent zerstört", sagte der Präsident des Territorialrats von Saint-Martin, Daniel Gibbs. Es gab Berichte über Plünderungen, Paris entsandte zusätzliche Polizeibeamte nach Saint-Martin.

+++ 09.09.2017: Florida erwartet schlimmstes Szenario ab Nachmittag  +++

Der Hurrikan "Irma" nähert sich unaufhaltsam dem US-Bundesstaat Florida. Der "Sunshine State" und seine Bewohner müssen sich auf das schlimmste Szenario vorbereiten, denn der Sturm bleibt extrem gefährlich. Das Zentrum von "Irma" könnte den jüngsten Prognosen des US-Hurrikanzentrums zufolge am Sonntagnachmittag (Ortszeit) die Südwestküste der Halbinsel erreichen.

Auf den Florida Keys erwarteten die Experten am Samstagmorgen Wind von bis zu 118 Kilometern in der Stunde. Nach jüngsten Vorhersagen könnte das Zentrum von "Irma" dort am Sonntagmorgen mit Windstärken von bis zu 250 Kilometern pro Stunde an Land treffen. "Nirgends auf den Florida Keys wird es sicher sein", schrieb der Nationale Wetterdienst im Kurznachrichtendienst Twitter. Die Inselkette hat rund 70.000 Einwohner.

+++ 09.09.2017: Mindestens 24 Tote in der Karibik  +++

In der Karibik hatte der Sturm eine Schneise der Zerstörung hinterlassen. Der Sender CNN berichtete von mindestens 24 Toten.

In der Nacht auf Samstag traf das Zentrum von "Irma" auf das Camagüey-Archipel an der Nordküste Kubas. Dabei legte der Hurrikan noch einmal an Stärke zu und wurde vom Warnzentrum vorübergehend in die höchste Kategorie 5 hinaufgestuft. Danach zog "Irma" als Sturm der Kategorie 4 an Kuba entlang. In Fernsehbildern waren hohe Wellen, Starkregen, umgestürzte Bäume und beschädigte Gebäude zu sehen. Berichte über Tote lagen nicht vor. Zehntausende Menschen wurden in Sicherheit gebracht.

+++ 09.09.2017: "Irma" trifft in Kuba auf Land  +++

Das Zentrum von Hurrikan "Irma" ist über den zu Kuba gehörenden Camagüey-Archipel gezogen. Dies bestätigte das US-Hurrikanzentrum in Miami am Samstagmorgen (Ortszeit). Das Archipel liegt vor der Nordküste Kubas. Eine Wetterstation auf den Inseln maß Windgeschwindigkeiten von 200 Kilometern in der Stunde, bevor sie vom Hurrikan zerstört wurde, meldete die kubanische Wetterwarte.

Tausende Menschen wurden in Notunterkünfte in Schulen gebracht. Die kubanische Regierung rief eine Hurrikan-Warnung für die Provinzen Matanzas, Camagüey, Ciego de Ávila, Sancti Spiritus und Villa Clara aus. 

+++ 09.09.2017: Florida: Behörden rufen zu Massenflucht auf +++

"Irma" gewann wieder an Stärke und zog als Hurrikan der höchsten Kategorie fünf in Richtung des US-Staates Florida. Nach Angaben der Wetterwarte auf Key West, dem südwestlichsten Teil der Inselkette der Florida Keys, waren dort am Samstagmorgen bereits die ersten Auswirkungen des Sturms spürbar. Die Meteorologen warnten vor lebensbedrohlichen Sturmfluten und Windböen.

Mehr als 5,6 Millionen Menschen - etwa ein Viertel der Bevölkerung - wurden von den Behörden aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen.

+++ 09.09.2017: MLB verlegt Baseball-Serie +++

Die nordamerikanische Baseball-Liga MLB hat sich dazu entschieden, die bevorstehende Serie zwischen den Tampa Bay Rays und den New York Yankees nach New York zu verlegen. Grund für die Verlegung der drei-Spiele-Serie, die von Montag bis Mittwoch im Tropicana Field in St. Petersburg im US-Bundesstaat Florida geplant war, ist Hurrikan "Irma". Der Wirbelsturm, der aktuell in der Karibik sein Unwesen treibt, wird laut Vorhersagen spätestens Sonntagmorgen das amerikanische Festland erreichen. Mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 250 Kilometern pro Stunde ist "Irma" ein Wirbelsturm der höchsten Kategorie. Wie die Profi-Liga am Freitag (Ortszeit) bekanntgab, wird ie Serie stattdessen in der Heimspielstätte der New York Mets ausgetragen, dem Citi Field.

"Für mich geht (Citi Field) in Ordnung", sagte Rays Trainer Kevin Cash. "Wir müssen da durch, einfach damit umgehen. Es ist nicht so wichtig. Wir (...) hoffen für das Beste in der Heimat". Nach Angaben des US-Sportsenders ESPN waren auch Chicago und Seattle als neutrale Austragungsorte im Gespräch. Erst vergangene Woche verlegte die Liga in Folge von Hurrikan "Harvey" die Serie zwischen den Houston Astros und Texas Rangers - die Serie wurde dann ausgerechnet im Tropicana Field in St. Petersburg in Florida abgehalten.

+++ 09.09.2017: Hurrikan wird Klimaflüchtlinge nach sich ziehen +++

Der Hurrikan "Irma" wird nach seinem verheerenden Zug durch die Karibik Klimaflüchtlinge nach sich ziehen. "Ich erwarte, dass es einerseits Binnenvertriebene geben wird, die nicht in ihre zerstörten Häuser zurückkönnen und die Hilfe dabei brauchen, ihre Leben wieder aufzubauen", sagte Walter Kälin vom Zusammenschluss "Platform on Disaster Displacement" in New York. "Zweitens wird es Menschen auf den Inseln geben, die Verwandte zum Beispiel in den USA haben, und die versuchen werden, dorthin zu kommen und die Frage ist dann, ob diese Länder sie aufnehmen. Es wird auch Menschen geben, die erstmal auf den Inseln bleiben, aber wenn sie sehen, dass der Wiederaufbau nicht vorankommt, dann werden sie anfangen, ans Weggehen zu denken."

Die "Platform on Disaster Displacement" (auf Deutsch etwa: Plattform zur Vertreibung durch Naturkatastrophen) ist ein im vergangenen Jahr gegründeter und derzeit von Deutschland geleiteter Zusammenschluss von etwas mehr als einem Dutzend Ländern zu besserer Vorbeugung und besserem Umgang mit Klimaflüchtlingen. In den vergangenen acht Jahren gab es nach Angaben der Plattform jeweils rund 25 Millionen neue Klimaflüchtlinge weltweit aufgrund von Naturkatastrophen. "Dazu kommt eine unbekannte Nummer von Menschen, die vor langsam aufziehenden Katastrophen wie Dürren flüchten", sagt Kälin. Die meisten dieser Menschen bleiben auf ihrer Flucht im eigenen Land. Laut internationalem Recht gelten sie nicht als Flüchtlinge, viele Länder haben aber Sonderregelungen für sie eingeführt.

+++ 08.09.2017: Weißes Haus beunruhigt über Benzinknappheit in Florida +++

Das Weiße Haus will sicherstellen, dass mehr Benzin in den von Hurrikan "Irma" bedrohten Bundesstaat Florida gelangen kann. Die Regierung hob daher eine gesetzliche Regelung auf, wonach nur Tanker unter US-Flagge Treibstoff von einem amerikanischen Hafen zu einem anderen liefern dürfen, wie der Heimatschutzberater des Weißen Hauses, Tom Bossert, am Freitag in Washington sagte. Man sei beunruhigt über die Benzinknappheit, erklärte er. In manchen Orten in Florida war der Treibstoff an den Tankstellen knapp geworden, weil sich die Menschen in Erwartung des Hurrikans vorsorglich damit eindeckten.

+++ 08.09.2017: Größte Evakuierung in der Geschichte Miamis +++

Die auch bei Touristen beliebte Metropolregion Miami im US-Bundesstaat Florida rüstet sich für Hurrikan "Irma". Die Behörden riefen 650.000 Menschen zum Verlassen ihrer Häuser auf. Es handele sich um die größte Evakuierung in der Geschichte der Region, sagte Carlos Giménez, Bürgermeister des Bezirkes Miami-Dade. In der Metropolregion leben rund 5,5 Millionen Menschen.

Das Hurrikan-Zentrum hatte am frühen Freitagmorgen eine offizielle Hurrikan-Warnung für die gesamte Südküste Floridas herausgegeben. Zu den besonders gefährdeten Gegenden zählte auch die Touristenattraktion Miami Beach. Nach den jüngsten Vorhersagemodellen könnte der Sturm den Süden des Bundesstaates am Sonntagmorgen (Ortszeit) direkt treffen. Die ersten Ausläufer könnten Florida aber bereits am Samstag gegen 8.00 Uhr (14.00 Uhr MESZ) erreichen.

+++ 08.09.2017: Plünderungen im Chaos auf der Insel Sint Maarten +++

Nach den Verwüstungen durch Hurrikan "Irma" in der Karibik wird Sint Maarten von Plünderern heimgesucht. Die Lage sei ernst und unübersichtlich, sagte der niederländische Premierminister Mark Rutte am Freitag. Es gebe Berichte, dass Bürger auch bewaffnet auf der Straße seien. Die niederländische Marine nannte die Situation auf Facebook "besorgniserregend". "Marinesoldaten und Militärpolizei unterstützen zur Zeit die lokalen Behörden beim Bewahren der öffentlichen Ordnung."

Sint Maarten teilt sich mit Saint-Martin (Frankreich) eine Insel. Auch dort soll es Plünderungen geben. Eine Bewohnerin sagte am Donnerstag dem französischen Radiosender France Bleu Limousin, es gebe Prügeleien um Fernseher oder Ventilatoren. Sie habe Angst, nach draußen zu gehen. "Ich sehe auf der Straße junge Menschen mit Macheten, die uns böse ansehen. Ja, ich habe Angst um meine Sicherheit." Sie fürchte, dass bald das Wasser und die Lebensmittel - vor allem bei der ärmeren Bevölkerung auf der Insel - knapp würden.

+++ 08.09.2017: Haiti übersteht "Irma" mit weniger Schäden als befürchtet +++

Hurrikan "Irma" hat in Haiti und der Dominikanischen Republik nach ersten Einschätzungen von Hilfsorganisationen weniger Schäden verursacht als befürchtet. "Hätte 'Irma' einen südlicheren Weg eingeschlagen, wäre es zur Katastrophe gekommen", sagte Martin van de Locht, Leiter der Internationalen Programme von World Vision laut Mitteilung vom Freitag.

Eine komplette Entwarnung für die Region gibt es aber nicht. Vor allem der tiefer gelegene Norden Haitis kann noch von Überschwemmungen bedroht sein, die langfristige Folgen für das Land haben können. Meerwasser könne Brunnen versalzen, Trümmer auf Feldern der Bauern hinterlassen und Erdrutsche verursachen, sagte eine Sprecherin einer Hilfsorganisation. Die Menschen in Haiti, einem der ärmsten Länder der Region, leiden noch immer unter den Auswirkungen des Erdbebens von 2010 und des Hurrikans "Matthew" 2016.

+++ 08.09.2017: Millionen Menschen brauchen nach Hurrikan "Irma" Hilfe +++

Millionen Menschen werden nach Schätzungen von Hilfsorganisationen nach dem Durchzug des gewaltigen Hurrikan "Irma" auf Hilfe angewiesen sein. Schon bevor der Sturm Haiti und Kuba erreichte, waren 1,2 Millionen Menschen betroffen, wie Pascale Meige, Direktorin für Krisenvorbereitung bei der Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC), am Freitag in Genf berichtete. Die Mitarbeiter stünden in den betroffenen Ländern bereit, um zu helfen.

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) hat in Haiti vor dem Sturm genügend Nahrungsmittel deponiert, um 150.000 Menschen einen Monat versorgen zu können. In Kuba sei für 270.000 Menschen vorgesorgt worden. Nach Angaben der Föderation haben Zehntausende Menschen ihre Bleibe und ihr Hab und Gut verloren. Andere seien nur durch Stromausfälle betroffen. Millionen weitere Menschen lebten in der Schneise, die der Hurrikan nach den Vorhersagen auf seinem Weg Richtung Norden noch nehmen soll.

+++ 08.09.2017: US-Bundesstaat Florida bereitet sich auf die Katastrophe vor +++

Am Wochenende soll der Sturm auf den US-Bundesstaat Florida treffen. Das Zentrum werde am Sonntagmorgen (Ortszeit) die Inselgruppe der Florida Keys und die Südküste des US-Bundesstaats erreichen, schrieb das Hurrikanzentrum. Die ersten Ausläufer könnten den US-Staat aber bereits am Samstag gegen 08:00 Uhr (14:00 Uhr MESZ) erreichen. Für die gesamte Südküste Floridas, vom Atlantik bis in den Golf von Mexiko, gilt eine Warnung vor bis zu drei Meter hohen Wellen. Insgesamt 125.000 Menschen an der Atlantikküste müssen ihre Häuser verlassen. Auch Donald Trumps sogenanntes "Winter White House" Mar-a-Lago muss Berichten zufolge geräumt werden. Der Golfclub in der Stadt Palm Beach liegt in einer Evakuierungszone der US-Behörden, wie die Zeitung Sun Sentinel berichtete.

+++ 08.09.2017: Insel für Insel hat Irma die Karibik verwüstet +++

Sint Maarten und Saint-Martin

Die zwischen den Niederlanden und Frankreich geteilte Insel wurde von "Irma" schwer getroffen. Der französische Teil sei "zu 95 Prozent zerstört", zitierte die britische Zeitung "Guardian" einen örtlichen Beamten. Es gebe keinen Strom, ein Großteil der Straßen sei unpassierbar. Der französische Innenminister Gérard Collomb bezifferte die Zahl der Toten dort und in den anderen französischen Überseegebieten auf acht. 23 Menschen seien verletzt worden. Bereits zuvor war je ein Mensch auf Anguilla (Großbritannien) und Barbuda gestorben. Außerdem gab es Berichte über Plünderungen. Der staatseigene französische Rückversicherer CCR rechnet damit, dass die Sturmschäden auf den französischen Karibikinseln deutlich über 200 Millionen Euro liegen. Das sagte CCR-Chef Bertrand Labilloy am Freitag im Sender CNews. Es sei allerdings noch viel zu früh, um präzise Zahlen zu nennen.

Puerto Rico

Auf der zu den USA gehörenden Insel Puerto Rico und den amerikanischen Jungferninseln starben insgesamt sieben Menschen, wie der "Guardian" berichtete. Bis zu neun Meter hohe Wellen schlugen über die Insel. Mehr als eine Million Menschen seien ohne Strom. Es wird erwartet, dass die Zahl der Toten weiter steigt, da hinter "Irma" bereits der nächste Hurrikan "José" heranzieht.

Dominikanische Republik und Haiti 

An der Insel Hispaniola, die zur Häfte aus Haiti und zur anderen aus der Dominikanischen Republik besteht, zog "Irma" nördlich vorbei. In Haiti verursachte der Hurrikan weniger Schäden, als zunächst befürchtet worden war. "Hätte "Irma" einen südlicheren Weg eingeschlagen, wäre es zur Katastrophe gekommen", sagte Martin van de Locht, Leiter der Internationalen Programme von World Vision. Zwei Menschen wurden in der Hafenstadt Cap-Haïtien verletzt, als ein Baum auf ihr Haus stürzte. Außerdem zerstörte der Sturm eine Brücke zum Nachbarland Dominikanische Republik. Die Menschen auf Haiti leiden noch immer unter den Auswirkungen des Erdbebens von 2010 und des Hurrikans "Matthew" im vergangenen Jahr.

Bahamas

Über die südlichen Ausläufer der Inselgruppe zog der Hurrikan am frühen Freitagmorgen (Ortszeit), wie das nationale US-Hurrikan-Warnzentrum in Miami mitteilte. Dabei schwächte er sich von einem Hurrikan der höchsten Warnstufe fünf auf Stufe vier ab. "Irma" bleibe aber ein "extrem gefährlicher Stufe-vier-Hurrikan", schrieben die Meteorologen. Der Premierminister der Bahamas, Hubert Minnis, sagte dem "Guardian", die Regierung habe sechs Inseln im Süden der Inselgruppe komplett geräumt. Es sei die größte Evakuierung in der Geschichte der Bahamas gewesen.

Kuba

Bis Samstag (Ortszeit) soll das Zentrum von "Irma" nun über das Meer an der Nordküste Kubas entlangwandern. An der bei Touristen beliebten Küste werden Gäste in Sicherheit gebracht, Anwohner des Gebiets wurden aufgerufen, ins Innere der Insel zu ziehen.

 

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