AZ-Meinung Wohnungspolitik in München - Eine Zumutung!

AZ-Rathausreporter Willi Bock über die Luxussanierung eines städtischen Hauses. Foto: Daniel von Loeper

Der AZ-Rathausreporter Willi Bock über die Luxussanierung eines städtischen Hauses und das Problem der "sozialen Wohnung".

München - Es ist nicht zu fassen: Die Stadt erbt 1946 ein bildschönes Wohnhaus in bester Lage. Der großherzige Stifter will, dass es für soziale Zwecke für alle Zeiten bei der Stadt bleibt. Und so kommt es in den „Wohlfahrtsfond“ – für die „Unterstützung von bedürftigen Personen“. Was für ein Märchen.

Und jetzt? Jetzt wird dieses Haus von der Stadt für 2,9 Millionen Euro so teuer saniert, dass es sich normale Leute nicht mehr leisten können. Jeder andere private Investor wäre sofort für diese „Luxussanierung“ und Mietervertreibung von der SPD und OB Christian Ude gegeißelt worden. Doch hier verschanzt sich die Stadt hinter den Paragrafen des Stiftungsrechts. Da behauptet das Sozialreferat, es dürfe „zwingend“ auf keine Einnahmen verzichten.

Wohnung stand jahrelang leer

Das ist purer Hohn: Das Sozialreferat hat jahrelang auf Mieten verzichtet, weil die Wohnungen leer standen. Hätten Till Hofmann und seine Prominenten diesen Skandal nicht aufgedeckt, dann würden die Behörden weiter schlummern.

Es ist eine Zumutung, dass die Stadt einen Altbau angeblich nicht so sanieren kann, dass vernünftige Mieten möglich sind. Warum können die üblichen Standards nicht mal zurückgefahren werden?

Klar ist: Wenn die SPD die Zuschüsse nicht findet, um die Mieten doch noch zu drücken, dann trifft es hier ganz normale Münchner, die eine Wohnung, die einst für soziale Zwecke gedacht war, nicht mehr bezahlen können. Diesen Luxus darf sich die Stadt nicht leisten.

 

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