AZ-Meinung Über Gebühr

Die Praxisgebühr steht tatsächlich auf der Kippe. Nein, nicht weil der große Staatsmann Markus Söder jetzt auch dafür ist. Sondern weil die Kanzlerin am Vortag das entscheidende Signal gegeben hat.

 

Söder hat sich hurtig an den fahrenden Zug drangehängt. Wobei auch eine Rolle gespielt haben mag, dass die FDP in den schwarz-gelben Hinterzimmern von der CSU schon lange als Preis für das Betreuungsgeld ein Aus für die Praxisgebühr fordert. Und warum sollte gerade ein Söder dann noch Widerstand gegen ein sicherlich populäres Vorhaben leisten?

Die CSU-Landesgruppe – und viele in der CDU – tun es allerdings: Sie wollen die Praxisgebühr behalten. Und das mit Recht. Ja, in der Tat, bei den Krankenkassen haben sich Milliarden-Überschüsse angesammelt. Aber dann soll halt bitte der Krankenkassenbeitrag gesenkt werden, das wäre der richtige und auch der gerechtere Schritt. Dann nämlich hätten alle was davon, aus deren Beitragszahlungen die Überschüsse angehäuft worden sind, und nicht nur diejenigen, die häufig zum Arzt gehen.

Und: Ein gewisses Maß an Eigenbeteiligung ist schon sinnvoll. Die Praxisgebühr ist im europäischen Vergleich durchaus moderat: Ein Ire zahlt 55 Euro – und zwar pro Besuch. Würde unsere Gebühr wegfallen, würde sich die Zahl der Arztbesuche sicher noch weiter erhöhen. Und schon jetzt geht ein Deutscher pro Jahr 18 Mal zum Arzt – ein Schwede drei Mal. Das will erstmal bezahlt werden.

 

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