AZ-Meinung Sicherheitskonferenz 2014 - Reden ist besser

Der Chefreporter der Abendzeitung Matthias Maus über den Sinn der Sicherheitskonferenz und die Wahrnehmung in München und der Welt.

 

München - Soll man von der typischen Münchner Lust am Granteln reden? Nein, man muss die Kritik an der Sicherheitskonferenz ernst nehmen. Ja, es gibt Einschränkungen in der Innenstadt,unter denen vor allem ein paar Geschäftsleute leiden – für 48 Stunden.

Und ja, noch ist von dieser Konferenz kein Vertrag in die Geschichtsbücher eingegangen, der die Welt friedlicher gemacht hätte. Das zu erwarten wäre auch zu viel verlangt. Es wäre genauso vermessen wie die Einschätzung, die Siko sei sinnlos.

Nichts ersetzt den Kontakt und das persönliche Gespräch

An diesem Wochenende schauen Menschen in der Ukraine, in Syrien im Iran auf diese Stadt – in der vagen Hoffnung, dass sich etwas in Richtung Frieden bewegt. Eine bessere Chance als eine Annäherung der Mächtigen hat die Zivilbevölkerung in den Krisenregionen nicht. Und was Rang und Namen der Teilnehmer betrifft, ist die Siko die bestbesetzte Veranstaltung dieser Art auf der Welt.

Man könnte Konferenzen generell als Zeitverschwendung abtun, aber das hieße die menschliche Natur verkennen: ob am Lagerfeuer in Urzeiten oder im 21. Jahrhundert, nichts ersetzt den persönlichen Kontakt, das persönliche Gespräch.

Einhundert Jahre nach dem Ausbruch des 1. Weltkriegs kann man auf tausenden von gelehrten Seiten nachlesen, wohin es führt, wenn Mächtige übereinander reden statt miteinander. Wir können froh sein, dass das ist München anders ist, und dass diese weltoffene Stadt Gastgeber sein darf.

 

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