AZ-Meinung Schwarz-Grüne Koalition?

In Wahrheit viele Gemeinsamkeiten: Der Chefredakteur Arno Makowsky über eine mögliche schwarz-grüne Koalition.

 

Schon klar, es spricht viel gegen die Idee einer schwarz-grünen Koalition. Die Grünen müssten fürchten, von Angela Merkel zerrieben zu werden – das ist bisher jedem ihrer Juniorpartner so ergangen. Sie müssten den Schritt hin zur Union ihrer Basis erklären. Und sie müssten schwer dafür kämpfen, zumindest einige ihrer Positionen durchzubringen. Darüber hinaus ist Merkel nicht der Typ, der sich gerne auf politische Experimente einlässt.

Und trotzdem! Nie war die Chance für ein solches Projekt besser als jetzt. In Wahrheit sind die Gemeinsamkeiten ja größer, als man gemeinhin zugibt. Das geht schon bei den Wählern los: Viele Grünen-Anhänger, besonders die Jüngeren und Bodenständigeren, haben wertkonservative Überzeugungen. Saubere Umwelt, gesunde Ernährung, aber auch solide Finanzpolitik – daran glauben sie.

Viele Unionswähler denken ähnlich. Seitdem sich die Union von der Atomkraft abgewandt hat, ist auch dieses Thema kein Hinderungsgrund mehr. Und von politischem Unfug wie dem Betreuungsgeld und Seehofers Maut sollte sich Merkel trennen können.

Mit der Generation Roth/Trittin war Schwarz-Grün nicht machbar. Aber die zieht sich gerade zurück – und unideologischere Grüne rücken nach. Die Schwaben Kretschmann und Kuhn beweisen, dass die Ökos auch in einem Industrieland verantwortungsvoll regieren können.

Es wäre ein reizvolles Projekt, das man nicht sofort vom Tisch wischen sollte.

 

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