AZ-Meinung Pfuideifi!

Kündigung nach 23 Jahren: CSU-Fraktionschef Georg Schmid und seine Frau Gertrud. Er zahlte ihr bis zu 5500 Euro pro Monat. Künftig rechnet er sie nicht mehr als seine Abgeordneten-Mitarbeiterin ab. Foto: dpa

Die AZ-Landtagskorrespondentin Angela Böhm zur Abzock-Mentalität der Abgeordneten

 

Zwischen im Recht sein und moralisch richtig zu handeln, ist ein großer Unterschied. Was sich die CSU mit ihren kleinen Familienunternehmen leistet, kann mit Fug und Recht als unanständig bezeichnet werden.

Einer ihrer mächtigsten Abgeordneten im bayerischen Landtag schreckt nicht einmal vor Kinderarbeit zurück: Er berechnete dem Steuerzahler sogar seine Söhne, als die erst 13- und 14 Jahren alt waren. Dass seine Frau als Lehrerin bereits vom Freistaat bezahlt wird, reichte ihm noch nicht. Auch für ihre „Telefondienste“ kassierte er extra ab. Für so viel Gier bleibt nur noch ein Wort: Pfuideifi!

Unrechtsbewusstsein haben die betroffenen 17 CSU-Politiker keines – sondern nur die Hosen voll vor dem Wahlkampf. Nur deshalb sprach gestern Ministerpräsident Horst Seehofer ein Machtwort. Noch vor dem Wahltag soll’s keine Doppel- und Dreifachverdiener mehr geben. Nun hagelt’s Kündigungen. Wie auch sollte der Wähler verstehen, dass ein CSU-Minister oder Fraktions-Chef jeden Monat gut 21000 Euro kassiert und auch noch seine Ehefrau auf Steuerzahlerkosten als Mitarbeiterin finanziert.

Kultusminister Ludwig Spaenle hat als Erster seine Frau entlassen. CSU-Fraktionsschef Georg Schmid löste gestern nur unter massiven Druck nach 23 Jahren das Arbeitsverhältnis mit seiner Frau. Und die Moral von der Geschicht? Diese Gschicht kann der Wähler bei der Landtagswahl am 15. September zu Ende schreiben.

 

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