AZ-Meinung Mit der Bombe lernen

So ging die Bombe hoch - die Explosion in Bildern! Foto: Simon Aschenbrenner, dapd

Eine Stadt rückt angesichts des Grauens zusammen: Der Rathaus-Reporter Willi Bock über die Schwabinger Bomben-Woche.

 

In Schwabing liegt eine Bombe. Diese Nachricht war am Montag Mittag erst nichts ganz besonderes. Es werden viele Bomben gefunden. Aber diese eine 250 Kilo schwere Fliegerbombe mit ihrem perfiden Zünder, sie hat München schlagartig wieder an ganz existenzielle Fragen erinnert.

Die Stadt des Grants: Sie rückt angesichts dieses Tod bringenden Monsters zusammen. Da helfen sich Nachbarn und Fremde, und wie mit Zauberhand waren Hunderte freiwilliger Helfer da.
Die Stadt der Polizei-Kritiker: Da stehen Hunderte Polizisten tagelang geduldig und freundlich an den Absperrungen, da helfen behutsame Feuerwehrler den geschockten Menschen in ihre zerstörten Häuser.

Es gibt aber auch die Besserwisser, die meist aus der Ferne neunmalklug die Sprengung kritisierten. Dabei haben die Männer und Frauen vor Ort einen Super-Job gemacht. Dass keine Häuser eingestürzt sind und niemand verletzt oder getötet wurde, das ist Meisterarbeit. Und dann ist da der Oberbürgermeister, der vor Ort schnelle und unbürokratische Hilfe versprach und dann zum Wahlkampf in ganz Bayern enteilte. Viele im Rathaus haben sich den Chef im Haus gewünscht.

 

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