AZ-Meinung Mietpreisbremse geplant - Endlich mal was Gutes!

Die AZ-Redakteurin Anja Timmermann über die geplante Mietpreis-Bremse. Foto: Gregor Feindt

Die AZ-Redakteurin Anja Timmermann über die geplante Mietpreis-Bremse und die Situation in München.

 

München - Das ist doch mal eine richtig gute Nachricht für die Münchner Mieter: Das in den schwarz-roten Koalitionsverhandlungen beschlossene Paket bringt echte Verbesserungen. Vor allem, weil es an den beiden Problemen des Mietmarkts (jedenfalls in Städten wie unserer) gleichzeitig ansetzt: Die Mieten sind teilweise kaum noch bezahlbar – und es gibt gemessen an der Nachfrage viel zu wenig Wohnungen.

Bisher haben diese zwei Faktoren zu einem Teufelskreis geführt: Angesichts der riesigen Nachfrage fand sich immer noch jemand in der Heerschar der Bewerber, der die geforderten Mondpreise bezahlt. Künftig gibt es bei den Preisen nach oben klare Schranken – und gleichzeitig wird aber auch das Bauen für Investoren billiger, sprich das Angebot größer. Sonst hätte man in der Tat nur den Effekt erreicht, dass es für die dann günstigeren Wohnungen künftig 400 statt 200 Interessenten gibt.

Die Einigung ist ein Beispiel für Stärken einer großen Koalition

Dass die Vermieter jetzt jammern, gehört dazu: Bis es tatsächlich soweit ist, dass man mit Vermieten in München kein Geld mehr verdienen kann, wird es wohl noch sehr lange dauern.

Die Einigung ist auch ein Beispiel, was eine große Koalition an positiven Wirkungen entfalten kann – wenn denn beide Seiten wollen. Schwarz-Gelb hätte so ein Paket nie gemacht, weil die FDP es verhindert hätte. Rot-Grün hätte sich mit so einem Paket schwergetan, weil die Vermieter-Lobby vermutlich unterstützt von der Union härteren Widerstand hätte leisten könne. Rot-Schwarz zieht es halt durch.

 

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