AZ-Meinung Gute Gründe fürs Nein

Der stellvertretende Lokalchef Thomas Müller über den Startbahn-Prozess vor dem VGH.

 

High Noon vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof: Der VGH hat seit gestern also das letztgültige Wort über die geplante dritte Start- und Landebahn. Die dritte Piste? War da nicht was? Richtig, das „Nein!“ der Münchner beim Bürgerentscheid im vergangenen Jahr. Ein Nein, das die Pläne lediglich auf Eis gelegt hatte.

Für das aktuelle VGH-Verfahren spielt dieses Votum keine Rolle (das haben die Richter ausdrücklich betont). Und die Bindungswirkung des Bürgerentscheids läuft im Juni aus. Die dritte Bahn dräut also weiterhin, hängt wie ein Damokles-Schwert über den Airport-Anrainern Freising, Attaching und Co. Die Pläne liegen fertig in der Schublade, das Planfeststellungsverfahren ist durch, CSU und FDP sind weiterhin dafür.

Fragt sich bloß, braucht es die Dritte wirklich? Die Flugbewegungen stagnieren oder gehen seit Jahren zurück. Die von der FMG beklagten Kapazitätsengpässe, etwa zu Ferienzeiten, würden auch mit dem Bau einer dritten Piste kaum behoben. Von weiterer Versiegelung, Zersiedelung sowie noch mehr Lärm und Abgasen im Norden ganz zu schweigen.

Es gibt viele gute Gründe für ein Nein zur dritten Bahn – die Münchner haben’s ja vorgemacht. Und die Hauptbetroffenen aus dem Erdinger Moos wurden leider nicht gefragt. Sagen die Richter am Ende „Ja“, würde das demokratische Münchner Votum juristisch ausgehebelt. Es bliebe ein fader Nachgeschmack.

 

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