AZ-Meinung Genug Katastrophen

Die Regierung steht, ein Konservativer wird Ministerpräsident, die radikale Linke hat nichts zu sagen, Athen wird die Sparvorgaben erfüllen und Griechenland bleibt im Euro. Das sind doch gute Nachrichten, oder? So einfach, wie sich das anhört, ist es aber leider nicht.

Sicher: Die neue Regierung hat eine klare Mehrheit, und Athen braucht Handlungsfähigkeit mehr als alles andere. Aber: An dem Konfliktpotenzial hat sich eigentlich nichts geändert. Der Druck der Straße wird erhalten bleiben – neue Regierung hin oder her. Auch das grundsätzliche Problem – Griechenland versinkt in Armut, und die drastischen Sparvorgaben machen die Situation nicht besser – ist durch das pure Vorhandensein einer Regierung nicht gelöst.

Und schließlich: Der neue Ministerpräsident Antonis Samaras ist ein Zocker – unberechenbar und menschlich schwierig. Kaum jemand nimmt ihm ab, dass er jetzt brav und uneigennützig sämtliche Vorgaben aus Brüssel in die Tat umsetzt – und sich damit bei seinem Volk äußerst unbeliebt macht. Doch, es gibt auch gute Nachrichten.

Es gibt eine Regierung, es gibt eine stabile Mehrheit, den erklärten Willen des griechischen Volkes, im Euro zu bleiben, es bedarf keiner weiteren Neuwahl. Alles andere wäre eine Katastrophe gewesen. Und Katastrophen hat Athen in letzter Zeit wirklich schon genug gesehen.

 

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