AZ-Leser fragen zum Oktoberfest Die Wiesn-Geisterbahnen - Grusel seit 83 Jahren

Der Pate des organisierten Erschreckens: Eduard Eckl mit seinen lebenden Gespenstern vor seiner Geisterbahn. Foto: Bernd Wackerbauer

Sie gehören zur Wiesn dazu, wie die Maß Bier oder die gebrannten Mandeln... Seit 1932 gibt es auf dem Oktoberfest Geisterbahnen – ein Jahr zuvor hatten sie Premiere in Hamburg.

 

München - Wiesn? Kennt man. Grundsätzlich jedenfalls. Aber so ganz genau weiß man’s oft halt auch wieder nicht. Zur Wiesn beantwortet die AZ zusammen mit den Experten von Universum Oktoberfest die Fragen von AZ-Lesern. Aus allen Einsendungen fischen wir die 16 besten raus. So auch diese hier: „Wer betrieb erstmalig eine Geisterbahn auf dem Oktoberfest – und wann?“

Die erste „richtige“ Geisterbahn Deutschlands wurde 1931 von Carl Böhm auf dem Hamburger Dom ausgestellt – also nicht in München auf der Wiesn. Die Neuheit wurde vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen und so standen bereits ein Jahr später vier Geisterbahnen zur Gruselgaudi auf der Wiesn, nämlich die von Haase, Eckert, Kretschmar und Ruprecht.

Die Jahre darauf gesellten sich noch mehr Geisterbahnen hinzu. Unter ihnen Heinrich Stahlmann aus Nürnberg, der 1933 auf das Oktoberfest reiste. Die „Mutter der Geisterbahnen“ steht noch heute auf dem Münchner Oktoberfest. Die gepflegte und einzigartige „Nostalgie-Geisterbahn“ ist eine echte Antiquität und seit 1968 in Besitz der Münchner Schaustellerfamilie Eckl.

Edmund „Geisterbahn-Edi“ Eckl lehrt seit Jahrzehnten den Münchnern das Gruseln – und kann nicht genug davon bekommen. Der gelernte Kunst- und Maschinenschlosser hat bereits fünf Geisterbahnen gebaut und vor einigen Jahren erstmals lebende Geister auf dem Oktoberfest gehabt sowie Käfige statt Wagen. Einen Großteil von Technik und Kreativität installiert er draußen vor der Geisterbahn. „Es geht darum, die Leute dazu zu bringen, stehenzubleiben und zu animieren“, so Eckl.

Die Frage, warum es viele mögen erschreckt zu werden, lässt sich nicht eindeutig beantworten. Aber eine immante Lust am Grauen wohnt halt jedem inne. Und dass junge Männer bei der Fahrt im Dunkeln im zweisitzigen Wagen der Gefährtin (dankbar angenommenen) Schutz gewähren können, ist ebenso unstrittig.

Kleines Kuriosum: Auf der Wiesn 2014 kam es zu einer ungewöhnlichen Attacke in der Geisterbahn. Ein Monster hatte einen Fahrgast derart erschreckt, dass der noch während der Fahrt aus der Gondel ausstieg und zum Gegenangriff überging. Allerdings bestand der vermeintliche Angreifer nur aus Pappmaché...

Haben auch Sie eine Frage? Schreibe Sie sie per Mail an lokales@az-muenchen.de, Betreff „Wiesn-Frage“. Für die besten Fragen gibt es exklusive Wiesn-Pakete zu gewinnen.

 

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