AZ-Kritik zum ersten Makatsch-Einsatz Vier Fragen zum "Tatort: Fünf Minuten Himmel"

Heike Makatsch macht als "Tatort"-Kommissarin einen guten Job. Foto: Ziegler Film/SWR/dpa

Heike Makatsch ermittelt am Sonntag erstmals als "Tatort"-Kommissarin. Die AZ zeigt, ob sich der Einsatz lohnt.

 

Heike Makatsch hat Premiere im "Tatort": Als Kommissarin Ellen Berlinger führt sie durch eine Sonderausgabe des ARD-Krimis aus Freiburg. Wie schneidet der Film ab? Und wird es beim einmaligen Gastspiel für Makatsch bleiben?

Worum geht es?

Hauptkommissarin Ellen Berlinger (Heike Makatsch) kehrt nach 14 Jahren von London in ihre Heimatstadt Freiburg zurück. Ihr erster Fall führt sie ins Jobcenter: Mitarbeiter Kunath liegt stranguliert an seinem Schreibtisch. Die Spuren führen zu einem heruntergekommenen Haus, in dem seine „Kunden“ – so die offizielle Behördensprache – wohnen. Und mit denen hatte er es zuletzt wohl nicht mehr so gut gemeint.

Wie ist Heike Makatsch als Kommissarin?

Überzeugend. Ihre Kommissarin Berlinger ist allerdings so schroff und abweisend, dass der Zuschauer es nicht immer recht glauben mag. Kommt man grußlos zum ersten Einsatz und fängt praktisch ansatzlos den ersten Streit mit einem Kollegen an? Im wahren Leben eher nicht, im Tatort durchaus. Makatsch schafft es dennoch, in der Figur Empathie und Tiefe anzulegen und sie nicht realitätsfern wirken zu lassen. Das ist eine bemerkenswerte Leistung.

Wird sie zurückkehren – oder bleibt es ein einmaliges Gastspiel?

Auch wenn der Tatort als einmaliges Special tituliert ist: Man könnte ein schöne Summe darauf wetten, dass Makatsch als Kommissarin zurückkehrt. Wieso sonst hätte Drehbuchautor Thomas Wendrich ihr eine derart umfassende Backstory auf den Leib schreiben sollen? Zählen wir auf: Ellen Berlinger ist in Freiburg in eine zerrüttete Familie zurückgekehrt. Ihre Mutter will nichts von ihr wissen, weil sie vor 16 Jahren abgehauen und ihre neugeborene Tochter zurückgelassen hat. Wieso? Das bleibt offen. Dafür wird angedeutet, dass die Kommissarin ihrerseits ein Problem mit der Mutter hat. Ihrer 16-jährigen Tochter nähert sich Berlinger gegen Ende etwas an. Und apropos Kind: Kommissarin Berlinger ist wieder schwanger. Wäre der Film ein einmaliges Tatort-Special, hätte der Maskenbildner Heike Makatsch wohl kaum Kissen auf den Bauch binden müssen.

Lohnt sich das Einschalten?

Ja. Zwar ist alles ein wenig überkonstruiert. Da ist der irre Mieter, der von der Apokalypse schwadroniert und das Haus flutet. Die Depressive, die aus dem Fenster springt – und zwar mit Anlauf aus dem geschlossenen. Und wider alle Wahrscheinlichkeit sind die jugendlichen Kinder der Kommissarin, des Ermordeten und der Verdächtigen allesamt befreundet. Dennoch ist der Tatort recht unterhaltsam anzusehen. Am spannendsten ist der Nebenstrang mit den gelangweilten Jugendlichen, die sich mit lebensgefährlichen Atemspielen einen Kick verschaffen.

 

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