Roger Hodgson gastierte am Freitag in der Münchner Philharmonie. Der ehemalige Supertramp-Sänger sang natürlich alle Hits - und erzählte von den Anfängen der Band in Schwabing.

München - Gleich zu Beginn seines Konzertes in der ausverkauften Philharmonie gibt Roger Hodgson, Ex-Mastermind und Hitschreiber von Supertramp, die Devise für den Abend aus: "Die Zeiten sind so verrückt, die Probleme werden immer größer, darum gilt für die nächsten zwei Stunden: Alle Sorgen aussperren, einfach die Musik genießen. Denn Musik ist eine gute Medizin!"

Und seine Fans, quer durch alle Altersklassen, hielten sich an Rat des Singer/Songwriteres. Bereits ab dem dritten Song hielt es kaum jemanden mehr auf seinem Stuhl. Weißer Anzug, die Haare deutlich kürzer als beim letzten München-Besuch, und ein paar Pfund mehr auf den Rippen - aber immer noch der gleiche Charmeur und virtuose Bandleader. Ein paar nette Geschichten zu den Songs, hier und da ein Kompliment an das deutsche und besonders an das Münchner Publikum, und immer noch das betörende Lächeln wie einst.

Roger Hodgson ist und bleibt Supertramp - trotz eigener Solo-Nummern

Roger Hodgson, inzwischen 68 Jahre jung, erzählt auch von den Anfängen von Supertramp in einem Schwabinger Club. Was natürlich besonders die älteren Fans sehr interessierte. Hodgson ist Supertramp, immer noch, also kommt er auch um seine großen Hits nicht herum: "Take A Long Way Home", "School", "Breakfast In America", "Hide In Your Shell", "Dreamer" und etliche mehr, auch so komplizierte und mehrschichtige Werke wie "Fool's Overture" und "Child Of Vision". Es fällt auf, dass er und seine Band sich ziemlich nah an den Originalen orientieren. Lediglich bei "Sister Moonshine" tut sich auf einmal Raum für Neuinterpretationen und Improvisationen auf. Spannend.

Ebenso wie die Tatsache, dass es dieses Mal nicht nur Supertramp-Hits gab, sondern auch unbekanntere Nummern und ebenso Titel aus seiner Zeit als Solist: "Had A Dream", "Along Came Mary", "Lovers In The Wind" oder auch "Death And A Zoo". Durch diese Erweiterung des Repertoires wurde der Konzertabend im Vergleich zu denen der letzten Jahren wesentlich spannender.

Am Schluss aber ging's natürlich wieder zurück auf die Hitschiene, und zwar mit "Logical Song", "Give A Little Bit" und "It's Raining Again" - etwas anderes hätten die Fans auch kaum akzeptiert. Schließlich wollten sie für zwei Stunden alle Sorgen aussperren, und sich selbst und ihre Nostalgie ein bisschen feiern.