AZ-Konzertkritik Monolink im Ampere: Geborgen in der Fruchtblase

Monolink mit Live-Band im Ampere. Foto: mag

Monolink präsentiert sein Debütalbum "Amniotic" mit Liveband im Ampere und fusioniert Elemente unzähliger Genres zu einem vereinnahmenden Gesamtbild. 

 

Dass er schon immer mal dieses Band-Projekt starten wollte, bisher habe es sich nur nie so richtig angeboten, sagt der Mann mit dem Hut in einer seiner wenigen Rede-Unterbrechungen. Alleine, so wie es für einen Electro-DJ üblich ist, sei es dann doch immer einfacher gewesen

Nun hat es zum Glück geklappt mit der Live-Band für die Präsentation seines Debütalbums "Amniotic" (dt. Fruchtwasser). Gemeinsam mit Keyboarder und Drummer macht Monolink das Ampere an diesem Abend zur Fruchtblase für musikalische Geborgenheit. 

Wortkarg, fast schüchtern vereinnahmt der Hamburger Multiinstrumentalist, Sänger und DJ das Publikum lieber ausschließlich mit Musik, bewegt sich filigran mit umgehängter Gitarre zwischen Mischpult, Synth-Pads, Mikrofon und Laptop, mischt synthetische mit einhüllenden, organischen Sounds verschiedenster Genres. 

Vom Schwebezustand in den Techno-Club und zurück

Mit dem sehr langsamen Titeltrack beginnt die hypnotische Reise, der emotionale Höhepunkt des Albums, "Father Ocean", kommt sehr früh am Abend. Bei den bekannteren "Sirens" und "Burning Sun" kommt Mitsing-Atmosphäre auf, dann wiederum hallt nur die weiche Stimme des Sängers auf leisen Klavierakkorden durch den Saal.

Der Künstler spielt mit der Dramaturgie, versetzt die Menschen minutenlang in einen tranceartigen Schwebezustand, um sie dann mit donnernden Bässen auf die Tanzfläche eines Techno-Clubs zu verpflanzen. Die Einflüsse aus der Rave- und House-Szene sind bei allen Indie-, Rock- und Ambient-Elementen bestimmend. 

Fast zwei Stunden wabert die Fruchtblase - und bekommt durch ein paar arg experimentelle Übergänge einige wenige Längen, die der Fan als Verschnaufpause nutzt. Mit der Zugabe "New Morning", einer Kollaboration mit dem Berliner DJ Acid Pauli, bringt Monolink die Blase schließlich zum Platzen. Und eigentlich möchten alle noch ein bisschen mehr Geborgenheit.

 

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