AZ-Kommentar WM 2018: Frankreich zeigt dem DFB, wie es geht

, aktualisiert am 17.07.2018 - 11:08 Uhr
Was hat die Équipe Tricolore, was der DFB-Elf fehlt? Ein Kommentar von AZ-Sportchef Christoph Landsgesell. Foto: dpa/AZ

Der Sportchef der Abendzeitung, Christoph Landsgesell, über den französischen Triumph bei der WM 2018.

 

"Nos differences nous unissent" – "Unsere Unterschiede vereinen uns": Dieser Spruch ist eingestickt in die Innenseiten der französischen Trikots, die seit Sonntag ein Weltmeisterstern mehr ziert. Trikots, deren Träger Wurzeln in Kamerun und Algerien (Kylian Mbappé), Portugal (Antoine Griezmann) oder Katalonien (Hugo Lloris) haben. Und die trotzdem alle Franzosen sind.

Mit Trainer Didier Deschamps, dem es gelungen ist, aus Einzelkönnern wie Mbappé und schwierigen Charakteren wie Paul Pogba eine Einheit zu formen. Und das ohne die Gleichmacherei des DFB, der auf den vermeintlichen Unruhestifter Sandro Wagner oder den nicht ganz pflegeleichten Leroy Sané lieber verzichtete. Es könnte ja Ärger geben. ZSMMN, vereint unter dem dämlichen Slogan des DFB, kenterte man in Russland zwar gemeinsam. Aber nicht als Einheit.

ZSMMN gewinnt man beim DFB, aber verlieren?

Um die Einzelleistung, allerdings nicht im positiven Sinne, ging es erst nach dem Ende des Turniers, als sich die DFB-Granden um Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff und Präsident Reinhard Grindel dazu entschlossen, Mesut Özil in Zusammenhang mit dessen Schweigen in der Erdogan-Affäre zum Sündenbock des Scheiterns zu machen. ZSMMN gewinnt man beim DFB, aber verlieren? Bitteschön jeder allein.

Zwei Jahre bleiben nun bis zur EM 2020, die von Rom über München bis Glasgow ausgetragen wird. Der europäische Leitspruch lautet übrigens: "In Vielfalt geeint".

 
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