AZ-Kommentar Seehofers Superministerium: Es geht um Macht

Wenn Angela Merkel mehr Mitarbeiter im Kanzleramt einstellt, muss auch Bundesinnenminister Horst Seehofer nachziehen. Ein AZ-Kommentar. Foto: Kay Nietfeld/dpa/AZ

AZ-Korrespondent Martin Ferber über Horst Seehofer und sein neues Superministerium.

 

Als Job-Motor erweist sich das neue Heimatministerium von CSU-Chef Horst Seehofer. Obwohl das Innenministerium mit rund 1.500 Mitarbeitern nicht gerade zu den unterbesetzten Häusern gehört, schafft der neue Hausherr gleich in den ersten Arbeitstagen 100 neue Arbeitsplätze.

Was diese gut dotierten Beamten den ganzen Tag machen sollen, ist noch ein gut gehütetes Geheimnis, die Aufgabenbeschreibung in der Beschlussvorlage für den Haushaltsausschuss liest sich reichlich vage. Zumal es längst diverse nicht weniger schlecht bezahlte Beamte in anderen Ministerien gibt.

Horst Seehofer baut eine Art Nebenkanzleramt aus

Nein, es geht ums Prinzip. Wenn sich die Bundeskanzlerin 39 neue Stellen im Kanzleramt gönnt und der neue Vizekanzler 41 neue Mitarbeiter für das Finanzministerium erhält, dann braucht auch der CSU-Chef zusätzliche Stellen, um auf Augenhöhe agieren zu können. (Lesen Sie auch: Rede im Bundestag - Schärfer, schneller Seehofer)

Nach außen geht es um die Heimat, tatsächlich aber um die Macht. Seehofer begnügt sich nicht damit, an der Spitze eines ohnehin großen Hauses zu stehen, er baut es zu einer Art Nebenkanzleramt aus. Die Botschaft: Gegen ihn kann und darf in Berlin nicht regiert werden.

 

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