AZ-Kommentar Schwerer Start für Kristina Frank

AZ-Lokalchef Felix Müller über den OB-Wahlkampf von Kristina Frank. Foto: Imago/Sven Simon

AZ-Lokalchef Felix Müller über den OB-Wahlkampf von Kristina Frank

 

Kristina Frank macht einen guten Eindruck. Sie hat Kraft und neue Ideen, versucht, das junge München zu verstehen, eine moderne Verwaltungschefin zu sein. In ihrer Haut stecken möchte man trotzdem nicht. Weil sie gegen Dieter Reiter antritt, in der CSU ist – und ihr bisher der Mut fehlt für große politische Kontroversen.

Ein Wahlkampf gegen populäre Amtsinhaber ist immer extrem schwierig. Was soll man ihm schon groß zum Vorwurf machen? Frank hat auch noch zusammen mit Dieter Reiter regiert. Für Wechselstimmung kann sie so nur sehr schwer glaubwürdig stehen.

Frank fehlt bisher der Mut zur Kontroverse

Dazu kommt: Die CSU mag die Krise der alten Volksparteien nicht allzu hart treffen. In München aber ist die Lage anders. Hier wählen viele, denen die SPD altbacken vorkommt, eher die Kandidatin der Grünen, die sich zuletzt als stärkste Partei in der Stadt positionieren konnte, als die CSU.

Und: Frank hat ein Bekanntheitsproblem. Und wer sie kennt, kennt bisher vor allem fröhliche Fotos. Um sich ernsthaft für einen Wahlsieg zu qualifizieren, braucht sie den Mut, sich mit eigenen Ideen zu positionieren, die sich deutlich von den anderen Bewerbern unterscheiden. Gefunden hat sie ihn noch nicht.

 

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