AZ-Kommentar Rückzug von Hoeneß? Das war's noch nicht ganz

Hoeneß kündigte an, er werde den Verein wie eine Glucke bewachen. Das glaubt AZ-Reporter Julian Buhl sofort. Foto: Sven Hoppe/dpa

Der Bayern- und Basketball-Reporter Julian Buhl über den Rückzug von Uli Hoeneß - der sicherlich nicht vollständig sein wird.

 

Als ich im Sommer 2010 zur Pressekonferenz des FC Bayern in der Turnhalle an der Säbener Straße kam, traf ich dort auf einen Uli Hoeneß, der vor Tatendrang strotzte. "Was Real Madrid und der FC Barcelona können, das können wir auch!", verkündete Hoeneß seine Vision, als er den Startschuss für das Basketballprojekt der Münchner gab.

Neun Jahre später peilt Bayern nun tatsächlich auch im Basketball die europäische Spitze an. Mit dem SAP Garden, dessen Bau Hoeneß mit Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz, der die Multifunktionsarena finanziert, quasi unter Männern per Handschlag vereinbarte, hat er seinem Herzensprojekt auf dem Weg dorthin einen Meilenstein hinterlassen.

Im Baskektball-Umfeld war Hoeneß in seiner Komfortzone

Der Audi Dome, in den er als Freigänger während seiner Gefängnisstrafe als erstes zurückkehrte, diente ihm auch in schwierigen Zeiten stets als Stimmungsbarometer. Hier gab sich der 67-Jährige auch nach seiner Rückkehr ins Präsidentenamt nahbar. Im Basketball-Umfeld war der Bayern-Macher in seiner Komfortzone, in seinem Element. So erlebte ich ihn dort als Reporter.

Noch mehr galt das für die Interviews mit Hoeneß in seinem Büro. Dabei gab es für ihn kein Tabuthema – auch nicht seine Zeit im Gefängnis. "Beim Basketball war ich ja nicht in vorderster Front", sagt Hoeneß, der stattdessen den Verantwortlichen um Geschäftsführer Marko Pesic vertraute. Eine ähnliche Rolle will er nun auch bei den Fußballern einnehmen.

Hoeneß: "Ich werden den Verein wie eine Glucke bewachen"

Als Hoeneß ankündigte, "den Verein wie eine Glucke bewachen" und weiter "die Abteilung Attacke ausfahren" zu wollen, sah ich ihm in die Augen. Sein Blick erinnerte mich an den von damals in der Turnhalle und ließ keinen Zweifel daran: Das war’s noch nicht. Zumindest noch nicht ganz.

 

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