AZ-Kommentar Rücktritt aus dem DFB-Team: Ein echter Wagner!

Bayern-Star Sandro Wagner tritt nach der Nichtnominierung für die WM aus der Nationalmannschaft zurück. Foto: Augenklick/Rauchensteiner

Nach seiner Nicht-Nominierung für die WM in Russland tritt Sandro Wagner aus der Nationalmannschaft aus. Der Sportchef der AZ über den Charakter des FC-Bayern-Stars. 

Sandro Wagner ist einer der letzten Vertreter der Zunft der Herz-auf-der-Zunge-Träger. In Zeiten, in denen fast jeder Fußballer nur noch von Medienexperten vorgefertigte Weichspüler-Floskeln verbreitet, ist der Bayern-Stürmer eine wohltuende Ausnahme. Er ist auf dem Spielfeld schnörkellos, nicht immer schön anzuschauen, aber immer schön effektiv.

Ein Typ mit Ecken und Kanten, der polarisiert, der immer gerade hinaus ist. Das ist für die Anderen nicht immer angenehm, das ist nicht bequem. Aber bei Wagner weiß man, woran man ist.

Wagner nimmt im Profifußball die Außenseiterrolle ein

Im Haifischbecken Profifußball mit all seinen Ins-Gesicht-Lächlern-aber-hintenrum-Lästerern, mit dem ganzen Gockel-Gehabe und (National)-Fähnlein-in-den-Wind-Hängern (nicht wahr, Herr Özil, Herr Gündogan) nimmt Wagner damit eine Sonderstellung und – leider auch – Außenseiterrolle ein.

Für so einen Mann ist es nur konsequent, dass er nach seiner überraschenden WM-Ausbootung durch Bundestrainer Joachim Löw das nicht still hinnimmt, und noch die andere Wange hinhält, sondern, dass er eben Konsequenzen zieht – und die auch in seiner direkten Art kommuniziert.

Wagner liefert Grund für Nichtnominierung

Es geht nicht darum, ob er recht hat, es geht nicht darum, ob es klug war und Wagner jetzt vielleicht öffentlich als beleidigte Leberwurst gilt. Für Wagner geht es darum, dem Mann, dem er jeden Tag im Spiegel begegnet, weiter ins Gesicht schauen zu können.

Wagner rüttelt zudem am Heiligenschein von St. Jogi von Deutschland, wirft diesem vor, dass er nicht mit schonungsloser Ehrlichkeit umgehen könne. Durch dieses verbale Nachtreten liefert Wagner dem Bundes-Jogi nachträglich vielleicht die Begründung für die Nichtnominierung.

Wagner kann, wenn es eben nicht in seinem Sinne läuft, mit seiner Direktheit auch zu einem Problem werden. Speziell in Zeiten, in denen Duckmäusertum oft als Tugend gilt. Die Entscheidung, der Rücktritt, ist vor allem eins: ein echter Wagner. Direkt, konsequent, ehrlich, kompromisslos.

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