AZ-Kommentar MVG-Warnstreik: Schlicht ungerecht

Vize-Lokalchefin Sophie Anfang über die Streiks bei der MVG. Foto: Tobias Hase/dpa

Vize-Lokalchefin Sophie Anfang über die Streiks bei der MVG.

 

"Tausche Putzmittel gegen Sicherheit", "Tausche Fernfahrten gegen Freizeitplanung" oder "Tausche Verkaufsregal gegen gutes Geld", nur drei Beispiele von Sprüchen, mit denen die MVG gerade um Fahrer für U-Bahn, Bus und Tram wirbt. Die Botschaft ist klar: Bei uns gibt es gute Arbeit und guten Lohn.

Gleichzeitig hat man bei den Fahrern im öffentlichen Nahverkehr allerdings eine Zwei-Klassen-Gesellschaft geschaffen. Es ist nur verständlich, dass das den Fahrern, die für die gleiche Arbeit am Ende des Monats weniger haben, sauer aufstößt.

Ungleichbehandlung des Fahrpersonals muss aufhören

Die bisherige Regelung ist schlicht ungerecht – es wird höchste Zeit, dass die MVG beginnt, umzudenken. Auch andere mussten das lernen: 2015 hat die Post ihre Zusteller in die DHL-Delivery ausgegliedert. Auch hier galt: Weniger Lohn für die gleiche Arbeit. Es hat nicht funktioniert. Der Post fiel es schwer, zu diesen Konditionen qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Seit Anfang Juli gibt es die DHL-Delivery nicht mehr, die Zusteller werden wieder in den Haustarif der Post eingegliedert.

Wenn MVG und Stadtwerke also wollen, dass mehr Menschen Putzmittel oder Verkaufsregal gegen Lenkrad oder Steuerknüppel tauschen, müssen sie mit der Ungleichbehandlung ihres Fahrpersonals aufhören.

 

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