AZ-Kommentar Manfred Weber: Diplomat im Chefsessel

Clemens Hagen.
Manfred Weber könnte der Nachfolger von Jean-Claude Juncker werden. Foto: imago

Das sagt der Politik-Vizeredakteur Clemens Hagen über Manfred Webers Karriere.

"Die Welt ist mein Feld" – frei nach dem Motto des legendären Hamburger Reeder-Königs Albert Ballin hat sich Manfred Weber aus dem niederbayerischen Niederhatzkofen aufgemacht, es ganz nach oben zu schaffen: auf den Chefsessel der mächtigen EU-Kommission. Weber hatte es immer auf diesen Posten abgesehen, auch wenn er dabei ausgesprochen CSU-untypisch vorgegangen ist: leise, bescheiden, konziliant. Weber ist einer, den die Frauen mögen.

Offensichtlich auch Kanzlerin Angela Merkel, ohne deren Plazet er sich keine Hoffnung auf den Top-Job hätte machen dürfen. Dass Weber mehr einfühlsamer Diplomat ist als machtpolitischer Haudrauf, dürfte ihm helfen, sollte er es auf der Brüsseler Karriereleiter tatsächlich bis ganz nach oben schaffen. Die EU-Kommission ist ein bürokratisches Ungetüm mit gut 32 000 Mitarbeitern – und die Gänge im Berlaymont-Gebäude, ihrem Sitz, sind so lang, dass jedes Chef-Gebrüll ergebnislos verhallen würde.

 

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