AZ-Kommentar "Konversionstherapie" - Es ist empörend!

Fordert ein "Starkes Signal": Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Foto: Britta Pedersen/dpa/AZ

Der AZ-Korrespondent Torsten Henke über Scharlatanerie und den Vatikan.

 

Man kann sich kaum mehr vorstellen, wie verbissen Homosexuelle in der Bundesrepublik verfolgt und ihrer Würde geraubt wurden. Erst 1994 wurde der "Schwulenparagraf" 175 abgeschafft. Erst 2017 wurden Menschen, die wegen ihrer Homosexualität eingesperrt wurden, rehabilitiert. Der Weg hin zur Gerechtigkeit ist also lang. Gesundheitsminister Jens Spahn will nun einen weiteren Schritt gehen und die Scharlatanerie der "Konversionstherapien" verbieten. Das ist richtig.

Die Zeiten, in denen Menschen ihre Sexualität verstecken und ihr Geschlecht verleugnen mussten, sollten endlich vorbei sein – sind sie aber nicht, wie das aktuelle Dokument aus dem Vatikan zeigt. Es ist empörend, dass die Amtskirche, die Nächstenliebe predigt und bekanntermaßen viele Schwule in ihren Reihen hat, noch immer einen solchen Feldzug gegen Homosexuelle und Transgender führt. Und damit die Bemühungen der Politik, Diskriminierung zu beenden, konterkariert.

 

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