AZ-Kommentar Gekündigter Nachwuchsboss zeigt in Not der Löwen Größe

Arbeitete 13 Jahre für den TSV 1860: Talentsichter Wolfgang Schellenberg. Patrick Mayer kommentiert seinen Abgang. Foto: Sampics/Augenklick/AZ

Im Sommer ist NLZ-Leiter Wolfgang Schellenberg ein stiller Held beim Wiederaufbau des TSV 1860. Der Klub bittet ihn nun zu gehen, weil die Sechzger sparen müssen. Der langjährige Talentförderer nimmt die bittere Entscheidung mit Anstand. Und das verdient allergrößten Respekt. Ein Kommentar.

Alle waren sie plötzlich weg: Ex-Präsident Peter Cassalette, Kurzzeit-Manager Ian Ayre, Ex-Trainer Vitor Pereira. Und auch Investor Hasan Ismaik tauchte nicht mehr in Giesing auf.

Nur wenige Mitarbeiter verblieben im Frühsommer nach dem Doppelabstieg inmitten der drohenden Insolvenz des TSV 1860 an der Grünwalder Straße. Sie verrichteten in einer Jetzt-erst-recht-Mentalität im Hintergrund weiter akribisch ihren Job. Ihr Antrieb war es, den Spielbetrieb der Sechzger aufrechtzuerhalten. Notfalls eben in der Regionalliga Bayern, in der die Giesinger jetzt, ein halbes Jahr später, Tabellenführer sind (hier geht es zur Themenseite TSV 1860).

Stiller Held neben Bierofka

Chefcoach Daniel Bierofka ging voran. Zum stillen Helden wurde in diesen Tagen NLZ-Leiter Wolfgang Schellenberg. Aufopferungsvoll arbeitete er mit Bierofka teils bis tief in die Nacht daran, eine schlagkräftige Mannschaft zusammenzustellen. Und auch daran, durch eine zweites Team für die Bayernliga den Unterbau mittelfristig zu sichern.

Jüngst aber teilte Geschäftsführer Markus Fauser Schellenberg mit, dass künftig ohne ihn geplant werde. Schließlich läuft der 46-Jährige über das Budget der gerade erst geretteten KGaA, nicht so sein Nachfolger Jürgen Jung, der vom Verein bezahlt wird. Schellenberg trug diese für ihn bittere Entscheidung mit Anstand. Kein Nachtreten, wie es so oft passierte bei Sechzig; kein offener Frust, wie dieser nur allzu verständlich gewesen wäre.

Weigl, Volland und Gebhart reiften unter Schellenberg

Julian Weigl, die Bender-Zwillinge, Kevin Volland, Timo Gebhart, viele andere reiften unter ihm zu Profis. Doch Schellenberg hält sich zurück. Der AZ sagte er, dass die Sache sauber geklärt werde. "Es ist ein Abschied ohne Groll", zitierten die Löwen ihn. "Ich werde mich Sechzig immer verbunden fühlen."

Das tat er 13 Jahre lang. Wie er die Entscheidung ohne Eitelkeiten akzeptiert, verdient allergrößten Respekt. Schellenberg zeigt in der Not der Löwen Größe. Größe, die anderen Protagonisten fehlte.

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