AZ-Kommentar CSU-Forderungen nach Chemnitz: Nachfragen, bitte!

Vielleicht sollte man eher den Polizeieinsatz, als die Flüchtlings-Überprüfung einer Kontrolle unterziehen, meint AZ-Chefreporterin Natalie Kettinger. Foto: dpa

AZ-Chefreporterin Natalie Kettinger über die jüngsten CSU-Forderungen.

 

Es ist jedes Mal dasselbe: In Deutschland wird ein Islamist gefasst, der als Flüchtling getarnt ins Land gekommen ist – und die CSU ruft nach mehr Grenzkontrollen und einer schärferen Überprüfung von Migranten.

Geflüchtete werden damit unter Generalverdacht gestellt. Und es wird übergangen, dass die Angaben dieser Menschen mittlerweile sehr sorgfältig kontrolliert werden. So sind etwa die mutmaßlichen Mitglieder einer IS-Schläferzelle ins Visier der Ermittler geraten, die Mitte September in Norddeutschland verhaftet worden sind. Ihre Pässe waren als Fälschung erkannt worden, die Behörden reagierten rasch.

Auch Dschaber Al-Bakr war kein Unbekannter. Der Verfassungsschutz ließ ihn wochenlang observieren.

Vielleicht sollten die CSU und die sächsische Staatsregierung lieber mal nachfragen, warum er den Sondereinsatzkräften trotzdem entkommen konnte – und warum nicht die Polizei ihn schließlich überwältigte, sondern drei mutige Syrer. Offenbar Flüchtlinge.

 

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