AZ-Kommentar Brazzo: Der Kompromiss

Der kleinste gemeinsame Nenner: Hasan Salihamidzic. Foto: dpa/ Daniel von Loeper

Christoph Landsgesell, AZ-Sportchef, über Salihamidzic als Sportdirektor beim FC Bayern München.

 

Kein Lahm, kein Eberl, Salihamidzic also. Die Ernennung des Bosniers, der nicht die allererste Wahl des FC Bayern war, ist nicht mehr als ein Kompromiss der Alphatiere in der Sportdirektorfrage.

Präsident Uli Hoeneß wollte Max Eberl von Borussia Mönchengladbach holen, der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge lieber den ehemaligen Kapitän Philipp Lahm nach dessen Karriereende in neuer Position an der Säbener Straße installieren. Keiner der beiden konnte seinen Wunsch durchsetzen, Lahm beanspruchte außerdem einen Posten im Vorstand, und so einigte man sich auf den ehemaligen Bayern-Lausbuben Hasan Salihamidzic als kleinsten gemeinsamen Nenner.

Ein Mann mit Bayern-Vergangenheit sollte es sein, dieses Kriterium erfüllt Salihamidzic. Erfahrung im operativen Geschäft dagegen hat er nicht, dafür aber als Fußball-Experte fürs Fernsehen gearbeitet. Unter objektiven Gesichtspunkten ist Brazzo nicht die ideale Besetzung. Das hieß es bei seinem Wechsel 1998 vom Hamburger SV nach München allerdings ebenfalls, mit sechs Meistertiteln und dem Gewinn der Champions League 2001 widerlegte er die Kritiker. Das muss ihm nun ein zweites Mal gelingen.

 

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