AZ-Kommentar Bayern-Bosse haben Warnsignale ignoriert

Nach der 3:0-Niederlage gegen Gladbach herrscht bei den Bayern Krisenstimmung. Foto: dpa

AZ-Bayern-Reporter Maximilian Koch über die Anzeichen des Zerfalls in der Bayern-Mannschaft und die Nicht-Reaktion des Managements.

 

Es gibt sie ja schon länger, die Anzeichen des Zerfalls in dieser Bayern-Mannschaft. Wenn sich ein Team nicht mehr recht für ein Pokalfinale motivieren kann - wie im Mai gegen Eintracht Frankfurt -, ist das alarmierend. Und wenn im Sommer gleich mehrere Topstars wie Jérôme Boateng oder Robert Lewandowski den Klub verlassen wollen, spricht das definitiv nicht für den Zusammenhalt einer Spielergeneration, die noch einmal den Traum vom Champions-League-Sieg verwirklichen will.

Bayerns Bosse haben diese Entwicklungen verfolgt, aber nicht reagiert. Der Kader ist im Großteil zusammengeblieben – trotz aller Warnsignale. Trotz der Tatsache, dass die Erneuerung des Teams längst überfällig ist.

Niko Kovac muss nun für die Versäumnisse des Managements geradestehen. Der Coach, der ohnehin nicht erste Wahl bei der Heynckes-Nachfolge war, soll eine Mannschaft der Super-Egos moderieren, einen Umbruch einleiten und nebenbei noch das Champions-League-Finale erreichen, das Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge vor der Saison als Ziel ausgab. Unnötig – und an der Realität vorbei. Jeder Trainer der Welt würde sich aktuell beim FC Bayern schwertun.

Kovac hat in seinen ersten Monaten sicher auch Fehler gemacht. Er hat sehr viel rotiert und in einer entscheidenden Personalie danebengelegen: Die Frage, warum er sein Team nicht um den in der Vorsaison herausragenden Spielmacher James Rodríguez herum aufgebaut hat, kann nur er beantworten.

 

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