AZ-Kommentar AfD-Hetze gegen Nationalelf: "Dumm, dass es wehtut"

AfD-Politikerin Beatrix von Storch ist das DFB-Team um Spieler wie Mesut Özil, Emre Can, Shkodran Mustafi oder Jérôme Boateng offenbar nicht „national“ genug. Foto: dpa

AZ-Korrespondent Torsten Henke über die Entgleisungen der AfD

Kann Beatrix von Storch nicht endlich jemand ihr Handy wegnehmen oder ihr den Twitter-Stöpsel ziehen? Wieder einmal hat die AfD-Giftspritze einen rausgehauen. So dumm, dass es fast wehtut. Da kassiert Jogis Elf einen Elfmeter, weil der „Bio-Deutsche“ Basti Schweinsteiger seine Hände nicht unten lassen kann – und der AfD-Frau fällt nichts anderes ein als zu schlaumeiern, „vielleicht sollte nächstes Mal dann wieder eine deutsche NATIONALMANNSCHAFT“ spielen“. Mit anderen Worten: Die „Ausländer“ sind schuld daran, dass die guten deutschen Adler gestern nach Hause fliegen mussten. Was für ein Schmarrn! War es nicht ein gewisser Shkodran Mustafi, der beim Auftakt-Spiel zu unserem ersten EM-Helden wurde?

Die Giftspritze der AfD

Von Storch ist Wiederholungstäterin. Wie Parteikollege Alexander Gauland, der erst kürzlich mit einem Foul gegen Jérôme Boateng für Wirbel sorgte. Sie gehen nach einem bestimmten Muster vor. Sie stellen steile Thesen auf, erheben abstruse Forderungen – auf Flüchtlingskinder schießen etwa –, erzeugen damit größtmögliche Aufregung, und dann wollen sie es nicht gewesen sein. Sind falsch verstanden oder zitiert worden oder von der Maustaste abgerutscht. Irgendein Depp fühlt sich dennoch angesprochen und denkt: „Endlich sagt es mal einer!“

Gauland, Storch und Co. wissen eben, wie man die (sozialen) Medien missbraucht.

 

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