AZ-Jahresrückblick Karten-Chaos und fliegende Ameisen: Die Sport-Kuriositäten 2017

Karten-Wirrwarr beim Confederations Cup, ein Radler, der für seinen Chef alles gibt und fliegende Ameisen beim Tennis: Die Sport-Kuriositäten des Jahres 2017. Foto: dpa/AZ

Der diesjährige Confed Cup liefert einen Vorgeschmack auf das Chaos um den Videobeweis in der Fußball-Bundesliga. In Wimbledon piesacken fliegende Ameisen die Spieler. Und in England erhält ein Torhüter Rot für einen bizarren Grund. Das sportliche Kuriositäten-Kabinett von 2017.

Berlin - Auch das Jahr 2017 bot kuriose Momente in der Welt des Sports. Hier einige Beispiele.

Karten-Chaos im Confed-Cup

Die Partie Deutschland gegen Kamerun beim Confed-Cup in Russland ist ein Vorbote der aktuellen Aufregungen um den Video-Beweis in der Bundesliga. Erst verwarnt Schiedsrichter Wilmar Rodan den falschen Spieler Kameruns nach einem Foul an Emre Can. Nach Protesten der Spieler fordert der Referee den Videobeweis an und wandelt zur Verwunderung aller die Gelbe in eine Rote Karte um – allerdings immer noch gegen den unbeteiligten Spieler. Diese Fehlentscheidung sorgt für noch mehr Unruhe, so dass der Video-Schiedsrichter erneut eingreift. Daraufhin stellt Rodan den wahren Sünder vom Platz. Allerdings ist Rot für das Allerweltsfoul viel zu hart.

Torwart-Slapstick

"Plötzlich war der Ball weg", sagt der Mainzer Torwart Robin Zentner nach dem Bundesliga-Spiel bei Borussia Mönchengladbach am 4. November. In der Partie liefert der Keeper eine unfreiwillige Lachnummer. Nach einem Rückpass will Zentner den Ball weiterspielen und hält Ausschau nach einem Anspielpartner. Als er passen will, liegt der Ball aber nicht mehr da, wo er ihn vermutet - er ist von Zentner unbemerkt noch ein Stück weiter nach hinten gerollt. Anstatt des Spielgerätes tritt der Ersatzmann von Stammtorhüter René Adler ein Loch in die Luft.

Fliegende Ameisen in Wimbledon

Tausende fliegende Ameisen quälen in Wimbledon die Tennisprofis und sorgen für skurrile Szenen. Immer wieder müssen die Spieler die kleinen Tiere von den weißen Klamotten fegen, aus dem Gesicht wischen oder von ihren Tennisschlägern vertreiben. Die Kroatin Donna Vekic sprüht sich während ihrer Partie gegen Johanna Konta aus Großbritannien sogar mit Insektenschutz ein. Die Briten haben für das Phänomen sogar einen Namen: den "Flying Ant Day". Demnach fliegen die Tiere in riesigen Schwärmen los, wenn die neue Königin das Nest verlässt.

Kwiatkowski gibt alles für Chef Froome

Beim Team Sky des viermaligen Tour-de-France Siegers Chris Froome gilt für die aufopfernden Helfer: Fahren bis zum letzten Tropfen "Benzin". Sogar Ex-Weltmeister und Mailand-Sanremo-Sieger Michal Kwiatkowski ist sich nicht zu schade, alles für den Chef zu geben. Beim Schlussanstieg auf den Izoard fährt der Pole so ein Höllentempo, das niemand an ihm vorbeikommt und sich sein Chef in Ruhe auf die Schlussattacke vorbereiten kann. Danach geht für Kwiatkowski nichts mehr. Er fährt rechts ran, klickt aus dem Pedal und muss eine kleine Pause einlegen. Auf den letzten 4,3 Kilometern verlor er über 13 Minuten. Derweil hat Froome vorne freie Fahrt und untermauert seine Position im Gelben Trikot. Mit ähnlicher Team-Taktik gewinnt Froome im Anschluss auch die Vuelta.

Mehr als 2.000 Kilometer für ein Siebenmeter-Werfen

Nur für ein Siebenmeter-Werfen reist der isländische Handball-Club FH Hafnarfjördur mehr als 2.000 Kilometer ins russische St. Petersburg. Weil das Rückspiel in der zweiten Qualifikationsrunde des EHF-Cups regelwidrig nach Verlängerung zu Ende gespielt wird, muss der Sieger in einer Neuansetzung im Siebenmeter-Werfen ermittelt werden. Der Entscheidung geht ein erfolgreicher russischer Protest bei der Europäischen Handball-Föderation voraus. St. Petersburg hat zuvor mit einem 32:27-Sieg das Hinspielergebnis aus Island exakt ausgeglichen. Laut Statuten hätte es im Anschluss an die reguläre Spielzeit sofort ein Siebenmeter-Werfen geben müssen. "Peinlicher geht es nicht EHF", kritisiert Ex-Bundestrainer Dagur Sigurdsson den Verband darauf hin. Hafnarfjördur gewinnt die historische Neuansetzung mit 4:3.

Torhüter pinkelt an Tribüne und sieht die Rote Karte

Der neuseeländische Torhüter Max Crocombe verrichtet seine Notdurft während eines Fußballspiels in der siebten englischen Liga. Daraufhin zückt der Schiedsrichter die Rote Karte für den Pinkler. Der Vorfall ereignet sich kurz vor Ende des Spiels zwischen Salford und Bradford im Norden Englands. Der 24 Jahre alte Schlussmann von Salford uriniert an die Seite einer Tribüne. "Er wurde zweimal gewarnt, es nicht zu tun, und trotzdem hat er es gemacht und gepinkelt", sagt Colin Barker vom gastgebenden Club Bradford Park Avenue.

Abzweigung verpasst: Hindernisläuferin verirrt sich bei WM

Die Kenianerin Beatrice Chepkoech verpasst im WM-Finale des 3.000 Meter Hindernislauf in London in der zweiten Runde die Abzweigung zum Wassergraben und läuft auf der Bahn weiter. Den Fehler bemerkt sie, als die anderen Läuferinnen das Hindernis überqueren. Schnell kehrt sie um und läuft auf der richtigen Strecke weiter. Nur eine Runde später passiert ihre das nächste Missgeschick: Chepkoech stolpert und reißt die deutsche Starterin Gesa Felicitas Krause mit zu Boden. Die verletzt sich dabei.

Rechtschreibfehler: Montpellier bietet Fans Trikot-Umtausch an

Der französische Fußball-Erstligist HSC Montpellier bietet Fans nach einer kuriosen Rechtschreib-Panne den Umtausch von Trikots an. Ein Zulieferer hat zwei Versionen des Vereinslogos hergestellt - und bei einer der beiden das zweite "L" im Namen der Stadt vergessen. Dem Club fällt die Panne zunächst nicht auf. Laut der Zeitung Le Figaro läuft der Verein bei einigen Ligaspielen mit fehlerhaften Trikots auf. Im Internet bleibt der Fauxpas nicht unkommentiert: "Ändert die Stadt nun ihren Namen oder tauscht der Club die Trikots aus?", spottet ein Fan auf Twitter. Später bietet der Club eine andere Lösung an: Käufer des Trikots können sich den Kaufpreis erstatten lassen, das Vereinslogo austauschen lassen oder ein neues Trikot bekommen.

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