AZ-Interview Zipsers Ziel gegen Khimki: "Vollgas!"

Bayern-Basketballer: Paul Zipser. Foto: dpa

In der AZ spricht Bayerns Paul Zipser über den Euroleague-Hit gegen Moskau, den Saisonstart und das Wiedersehen mit Ex-Kollege Rice.

 

AZ: Herr Zipser, die Euroleague-Generalprobe gegen den Mitteldeutschen BC haben Sie zwar gewonnen, die Stimmung war danach angesichts der schwachen Vorstellung dennoch extrem gedrückt. Wie haben Sie diese Generalprobe erlebt?
PAUL ZIPSER: Das war in sehr vielen Belangen ein schlechtes Spiel von uns, das muss man zugeben. Es hatte nichts mit einem Teamerfolg zu tun.

Trainer Svetislav Pesic war sehr enttäuscht, erklärte etwa „ich bin traurig, das ist nicht meine Welt“. Wie waren die Trainingstage seit dem Spiel? Wir haben eben sehr viel falsch gemacht, wir haben also an sehr vielen Dingen arbeiten müssen. Defensive, Ausboxen beim Rebound – das waren unter anderem die großen Themen.

In den letzten Wochen war nach den Spielen zu hören, dass die Einstellung nicht immer stimmt. Inwiefern ist der holprige Saisonstart auch Kopfsache? Kopfsache klingt, als wären wir ängstlich. Ich denke aber, es liegt daran, dass wir das Konzept des Trainers momentan noch nicht umsetzen. Wir treffen manchmal schlechte Entscheidungen. Das ist momentan ein Problem. Gegen Khimki Moskau, einen der besten Klubs Europas, muss die Einstellung aber stimmen. Gerade nach so einer Trainingswoche ist man so im Rhythmus, dass man in allen Belangen Vollgas gibt. Wir werden ein ganz anderes Spiel zeigen, als gegen den Mitteldeutschen BC.

Was muss vor allem anders sein als am Montag? Wir müssen als Team verteidigen. Moskau ist eine Mannschaft, die sehr gute Einzelspieler hat, vor allem sehr gute Werfer. Wenn wir da zum Beispiel im eins gegen eins geschlagen werden, muss ein anderer Verteidiger helfen, dann sind draußen ihre Werfer frei und wir kassieren einen Dreier nach dem anderen. Genau das wollen wir nicht. Wir müssen im eins gegen eins die Leute vor uns halten. Jeder für sich muss das Duell gegen seinen Gegenspieler gewinnen, dann haben wir auch eine Chance, gegen Khimki zu gewinnen.

Khimki hat letzte Saison den Eurocup gewonnen und noch einmal kräftig aufgerüstet. Im ersten Spiel haben sie den Euroleague-Titelverteidiger Real Madrid überzeugend 84:70 geschlagen. Wie stark ist Khimki wirklich? Es kann sein, dass dies die beste Mannschaft in Europa ist. Aber Fenerbahce ist ein Team auf dem gleichen Level und auch da haben wir gezeigt, dass wir das Spiel gewinnen können. Wir haben den Plan des Trainers dort gut umgesetzt, haben bis zum Schluss gekämpft und hatten unsere Chance zu gewinnen, so wird das auch gegen Khimki sein.

Es ist zwar erst das zweite Gruppenspiel, aber wie wichtig ist das nach der ersten Niederlage schon für das Weiterkommen in der Gruppe? Wir hatten ein gutes erstes Spiel, haben aber trotzdem verloren. Da denkt man nicht daran, dass man jetzt schon unbedingt gewinnen muss. Aber es ist ein Heimspiel – und die wollen wir in der Euroleague unbedingt gewinnen.

Der gegnerische Aufbauspieler ist ein alter Bekannter. Tyrese Rice, mit dem sie vor drei Jahren noch in München zusammengespielt haben. Welche Erinnerungen haben sie an ihn? Ein total cooler, lockerer Typ. Über seine spielerische Qualität gibt es eh keine zwei Meinungen, das hat er in der Euroleague und im Eurocup gezeigt.

Mit Maccabi Tel Aviv hat Rice vorletzte Saison die Euroleague gewonnen, letzte Saison mit Khimki den Eurocup. Ist er der Kopf der Moskauer Mannschaft? Beim Point Guard fängt es in jedem Fall an, aber er ist in keinem Fall der Einzige, den wir stoppen müssen. Wir müssen auf jeder Position das Duell gewinnen.

 

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