Skispringer Andreas Wellinger begleitet die Bayern auf der US-Tour. Im AZ-Interview spricht er über seine Leidenschaft für den Verein, Kindheitsidole und die Chancen für die neue Saison unter Niko Kovac.

München - Skispringer Andreas Wellinger (22) aus Traunstein gewann bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang zweimal Gold und einmal Silber. Er ist großer Fan des FC Bayern.

AZ: Herr Wellinger, ein Skisprung-Olympiasieger auf Sommertour mit den Fußballern des FC Bayern. Wie kam es eigentlich dazu?
ANDREAS WELLINGER: Zuerst einmal bin ich natürlich Bayern-Fan, seitdem ich denken kann. Audi hat mir die Möglichkeit gegeben, hier dabei zu sein. Das Ganze ist im April entstanden beim Spiel Bayern gegen Dortmund. Ein unglaublich interessantes Erlebnis.

Haben Sie als Kind denn auch in Bayern-Bettwäsche geschlafen?
(lacht) Ich weiß es gar nicht mehr so genau. Trikots hatte ich auf jeden Fall einige, mindestens zehn. Auch Tassen, andere Kleinigkeiten, Bälle. Das ist eine coole Identifikation für Kids.

Wellingers Lieblingsspieler: Elber, Demichelis, Makaay

Und wie hat das mit Ihnen und den Bayern angefangen?
Ich habe wie alle Kids mit dem Ball im Garten angefangen. Regional war Bayern der größte Verein. Ich war schon in sehr jungem Alter zum ersten Mal im Stadion und habe dann eine große Begeisterung für den Verein entwickelt. Jetzt mal so nah dabei zu sein, ist für mich extrem spannend, weil ich auch Leistungssportler bin. Zwar in einer anderen Sportart, aber im Endeffekt machen die Jungs genau das Gleiche wie ich jeden Tag, um dann in den Wettkämpfen Leistung zu bringen. Ich finde es spannend, wie die einzelnen Charaktere ihr Training und die Spiele absolvieren.

Hatten Sie Lieblinge in Ihrer Kindheit?
Meine Lieblingsspieler waren Giovane Elber, Martin Demichelis und Roy Makaay. Um das Jahr 2000 haben diese Spieler meine Bayern-Zeit besonders geprägt. Mit dem Giovane gab es vor Olympia schon mal ein Treffen. Der Micho ist jetzt hier als Legende dabei. Es macht Spaß, sich mit denen mal auszutauschen.

Wellinger: US-Tour "eine runde Sache"

Hatten Sie zu den Spielern auf der Tour auch mal Kontakt?
Mit Arjen Robben und Sandro Wagner gab es mal einen Austausch im Zuge einer Marketing-Veranstaltung mit Audi. Ich finde speziell Robben sehr bemerkenswert, wie zielstrebig er sein Training und die Spiele macht. Von ihm kann ich mir definitiv was abschauen und lernen. Insgesamt ist die Reise eine runde Sache. Ich war auch mal draußen in den Everglades, habe mir die Umgebung von Miami angeschaut. Eine spannende Tour.

Wie viele Titel werden es für Bayern in dieser Saison mit dem neuen Trainer Niko Kovac?
Das ist noch weit in der Ferne. Jeder von den Jungs würde natürlich am liebsten drei Titel gewinnen. Ganz so einfach ist es nicht. Die Spieler müssen jetzt erstmal wieder ins Training reinkommen nach der Pause und der WM. Da jetzt mit dem neuen Trainer ein Teamgefüge aufzubauen, wird die wichtigste Aufgabe sein. Dann fliegen die Bälle auch nächste Saison wieder ins Netz.