AZ-Interview Nihad Djedovic erwartet "ein Spektakel" gegen Darussafaka

Der dienstälteste im Kader der Basketballer des FC Bayern: Nihad Djedovic Foto: Augenklick/Rauchensteiner

Nihad Djedovic spricht hier über das brisante Wiedersehen seiner Basketballer des FC Bayern mit Darussafaka Istanbul und seinen "Traumtitel" in der vergangenen Saison.

München - Nihat Djedovic spielt seit 2013 für den FC Bayern Basketball und wurde 2014 sowie 2018 mit den Münchnern Deutscher Meister. Nach dem Karriereende von Kapitän Anton Gavel ist der Deutsch-Bosnier nun der dienstälteste Spieler bei den Münchnern – AZ hat mit ihm gesprochen.

AZ: Herr Djedovic, Sie treffen am Donnerstagabend (20 Uhr/Telekom Sport) mit dem FC Bayern Basketball auf Darussafaka Istanbul. Einen Gegner, der Ihnen noch gut bekannt sein dürfte.
NIHAD DJEDOVIC: Vom Namen her ja. Was ihre Mannschaft betrifft, sind allerdings nur noch wenige Spieler aus der vergangenen Saison dabei. Es ist aber trotzdem ein starkes Team, das letztes Jahr verdient den Eurocup gewonnen hat.

Die Erinnerungen an das verlorene Eurocup-Halbfinale kommen also wieder hoch, als Bayern im ersten Spiel (74:76) in Istanbul einen 17-Punkte-Vorsprung verspielte?
Im Detail erinnere ich mich eigentlich fast nicht mehr daran. Ich weiß, dass wir verloren haben und gegen sie ausgeschieden sind. Aber das Ende unserer Saison mit der Meisterschaft war so schön, dass ich diese Niederlage vergessen habe.

Djedovic zieht positives Zwischenfazit

Auch den Auftritt von Scottie Wilbekin, der in Spiel zwei (83:87) hier im Audi Dome 41 Punkte erzielte?
Das war schon beeindruckend. Sie haben gewonnen, aber das ist jetzt auch abgehakt.

Mit einem Sieg könnten Sie sich am Donnerstag revanchieren und auch Ihre Bilanz in der Euroleague (2:3) wieder ausgleichen.
Es ist noch früh in der Saison, um über unsere Bilanz nachzudenken. Es wird eine schwierige Saison. Unsere Prioritäten sind Titelverteidigung in der deutschen Liga und im Pokal. In der Euroleague wollen wir zeigen, dass wir guten Basketball spielen können und haben das bislang auch schon getan.

Ihr erstes Zwischenfazit fällt also positiv aus?
Bislang sind alle zufrieden. Wir gewinnen nicht nur, sondern spielen teilweise richtig gut und halten in der Euroleague auch gegen die Favoriten sehr gut mit. Im Oktober waren wir super drauf, damit wollen wir jetzt weitermachen.

Auch Sie persönlich sind sehr gut in die Saison gekommen.
Ich habe eigentlich einfach da weitergemacht, wo ich in der letzten Saison aufgehört habe. Wichtig ist, dass das Team gut spielt, dann können auch Individualisten dabei glänzen. Manchmal bin ich das, manchmal ist es jemand anderes.

Djedovic erwartet "ein Spektakel " gegen Darussafaka

Mit Jared Cunningham und Reggie Redding hat Bayern zwei seiner besten Schützen verloren. Ist es auch Ihre Aufgabe, diese Lücke zu füllen?
Mit Jared und Reggie haben wir das Double geholt. Wichtig für uns ist aber, wer jetzt im Team ist. Und ich glaube, dass wir gar keine Lücke haben. Wir haben gute Spieler geholt, auch für die Außenpositionen.

Ist das Team vielleicht sogar noch stärker geworden?
Ich überlasse es den Fans, zu beurteilen, ob das Team individuell besser ist oder nicht. Aber die Resultate sprechen für sich. Wir spielen gut und gewinnen. Im Juni können wir dann Bilanz ziehen und sehen, wo wir dann stehen.

Ihr langjähriger Teamkollege und Kapitän Anton Gavel hat im Sommer seine Karriere beendet. Hat sich dadurch Ihre Rolle etwas verändert? Sie sind der dienstälteste Spieler mit den meisten Spielen und Punkten für Bayern.
Ich bin das sechste Jahr hier. Der Verein und die Fans wissen, was ich kann. Das mache ich Jahr für Jahr und bin weder lauter noch leiser geworden. Ich bin immer noch die gleiche Person wie an meinem ersten Tag bei Bayern und habe mich auch durch meine Rekorde nicht verändert.

Reizen Sie Titel mehr als Rekorde?
Unser Meistertitel im Sommer war ein absoluter Traumtitel. Für mich war es wichtig dabei auch zu spielen, denn bei meiner ersten Meisterschaft mit Bayern 2014 war ich in den Finals verletzt. Wir wollen noch so viele Titel wie möglich holen. Wenn wir alles geben und vielleicht auch ein bisschen Glück haben, können wir wieder so erfolgreich sein wie in der vergangenen Saison.

Was für ein Spiel erwarten Sie nun gegen Darussafaka?
Das wird ein Spektakel. Ich würde mir nur wünschen, dass noch mehr Fans zu unseren Spielen kommen. Ich weiß, dass sie mit Teams wie Darussafaka vielleicht nicht ganz so viel anfangen können wie mit Barcelona oder Real Madrid. Vor allem in der Euroleague brauchen wir aber unsere Fans und ich hoffe, dass sie gesehen haben, dass wir auch in der Königsklasse mithalten können. Wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert. Vor allem das letzte bei Fenerbahce (84:88; d. Red.) hat uns richtig Hoffnung gemacht, da haben nur ein paar Details gefehlt. Auswärts bei einem Titelkandidaten so aufzutreten, zeigt uns, dass wir auf einem guten Weg sind.

 

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