AZ-Interview mit Ulrich Taffertshofer Unterhaching gegen Würzburger Kickers: Das Familienduell

Im Hinspiel gab's ein 2:0 für Unterhaching: Ulrich Taffertshofer (r.) gegen Bruder Emanuel, der für Würzburg kickt. Foto: imago

Mit Unterhaching trifft Ulrich Taffertshofer auf Würzburg, wo sein Bruder Emanuel spielt. In der AZ spricht er über die Partie und erklärt, was bei seinem ehemaligen Verein 1860 falsch läuft.

Der 25-jährige Taffertshofer ist Unterhachings Abwehrchef. Zur Saison 2015/16 wechselte er von Burghausen zur Spielvereinigung. Ausgebildet wurde er beim TSV 1860.

AZ: Hallo Herr Taffertshofer, gibt es denn aktuell Streit in der Familie?
ULRICH TAFFERTSHOFER: Nein, gibt es nicht. Sie meinem bestimmt wegen des Spiels am Samstag gegen meinen Bruder, richtig?

Richtig! Am Samstag spielt Unterhaching gegen Würzburg - Sie gegen Emanuel. In welcher Kurve werden denn Ihre Eltern stehen?
Mein Vater trägt immer mal wieder eine Würzburg-Jacke - und das auch gerne bei meinen Spielen. Das finde ich natürlich nicht so toll (lacht). Aber ich denke, dass meine Eltern ganz unparteiisch sein werden. Zumindest hoffe ich es.

Es geht für beide Teams nicht mehr um allzu viel. Nach oben nicht, und nach unten auch nicht. Lautet das Saisonziel nun, vor Ihrem Bruder zu stehen?
Das wäre natürlich schon eine tolle Sache, ist allerdings nicht das Wichtigste. Aber sollte es klappen, dann hätte ich auch kein Mitleid mit meinem Bruder - auch nicht bei einem Sieg am Samstag.

Austausch mit dem Bruder vor dem Spiel

Gab es über das Spiel schon einen Austausch, etwa über WhatsApp, mit Ihrem Bruder?
Ja, schon. Wir haben hauptsächlich über Tickets geschrieben, die an die Familie gehen.

Wie viele werden kommen?
15, vielleicht auch 20 Leute.

Können Sie sich vorstellen, eines Tages zusammen in einem Team zu spielen?
Wenn es sich ergibt, könnte ich mir das sicher vorstellen. Aber darüber habe ich mir ehrlicherweise bisher wenige Gedanken gemacht.

Duell mit dem TSV 1860? "Wäre natürlich toll"

In der nächsten Saison könnte es neben dem Bruder-Duell auch ein Spiel gegen 1860 geben, Ihren Ex-Klub ...
Ja, ich drücke Sechzig die Daumen, dass sie es packen. Dann würde es wieder ein richtiges Derby geben, das wäre natürlich toll. Nicht nur für uns Spieler, auch für die Fans. Ein Spiel an der Grünwalder Straße wäre schon etwas Tolles.

Ihr Bruder kritisierte die Löwen zuletzt harsch, er sprach etwa von fehlender Rückendeckung für Talente.
Oh, davon höre ich jetzt das erste Mal. Es stimmt aber schon, große Rückendeckung gibt es da tatsächlich nicht. Es ging bei den Löwen in den letzten Jahren immer um den Aufstieg, da wurden dann auch Spieler von außerhalb verpflichtet. Und was dann passierte, ist ja bekannt - sie stiegen ab.

Aber Daniel Bierofka fördert die Talente durchaus.
Ja, Biero macht das echt okay.

Taffertshofer: "Mit dem Jetzigen geben wir uns nicht zufrieden"

Bevor Sie von Burghausen zum damaligen Regionalligisten Unterhaching wechselten, waren Sie äußerst skeptisch. Sie wollten eigentlich mindestens zu einem Drittligisten. Was hat sich geändert?
Ja, das stimmt: Am Anfang war ich tatsächlich nicht so überzeugt. Doch nach den Gesprächen mit Trainer Claus Schromm und auch Vorstand Manfred Schwabl hat sich das total geändert: Ich bin zufrieden.

Dabei wäre für Haching in dieser Saison doch eigentlich viel mehr drin gewesen.
Ja, man ärgert sich schon, dass man ein paar Punkte liegen gelassen hat, klar. Besonders nach der Winterpause, wo wir fünf Spiele nicht gewonnen haben.

Sie sind im besten Fußballalter, wann wird es was mit der Ersten oder Zweiten Liga bei Ihnen?
Das Ziel ist ja auch durchaus hier bei Unterhaching vorhanden. Mit dem Jetzigen geben wir uns nicht zufrieden, irgendwann wollen wir schon hoch.

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