AZ-Interview mit Neu-Löwe Stark "Vor jedem Spiel rufe ich meine Mutter an"

Zusammen mit Manager Florian Hinterberger (l.) ging es gestern für Yannick Stark zum Medizincheck. Foto: Dominik Hechler

Die AZ empfing Neu-Löwen Yannick Stark beim Medizincheck in München. Er spricht über Rituale, Privates, seinen Spitznamen „Locke” – und verrät, dass er sich nie die Haare abschneiden lassen würde

 

AZ: Herr Stark, haben Sie sich schon wieder erholt?

YANNICK STARK: Von was? Von der Saison?

Nein. Vor Ihrem gestrigen Medizincheck waren Sie doch dem FSV Frankfurt auf Mallorca. Da wird es mächtig zur Sache gegangen sein!

Ach ja, es war jetzt nicht ganz so wild. Wir haben sicherlich unseren Spaß gehabt, aber es ist nicht ausgeartet.

Ab der kommenden Saison spielen Sie bei 1860. Auf was für einen Typen können sich die Löwen-Fans freuen?

Ich bin ein eher ruhiger Mensch. Aber trotzdem immer freundlich, aufgeschlossen, fröhlich und lustig – ich lache halt gerne.

Haben Sie ein besonderes Ritual vor Spielen?

Ich rufe immer am Abend vor dem Spiel bei meinen Eltern an. Dann unterhalte ich mich immer erst kurz mit meiner Mutter, die mir immer zum Abschluss mit auf den Weg gibt, dass ich zwar Gas geben, mich aber nicht verletzen soll. Und dann folgt immer das etwas längere Fachgespräch mit meinem Vater.

Kommen Sie alleine nach München?

Ja, ich komme ganz alleine. Ich habe keine Haustiere und bisher auch keine Freundin.

Aber eine Wohnung?

Nein, leider noch nicht. Ich versuche jetzt in der Sommerpause etwas Ordentliches zu finden – ansonsten muss ich erst einmal ins Hotel.

Sie ziehen zum ersten Mal von zu Hause weg. Was für ein Gefühl ist das?

Es sind gemischte Gefühle, da ist ein lachendes und ein weinendes Auge dabei. Zum einen freue ich mich schon auf meine neue Selbstständigkeit, auf der anderen Seite verstehe ich mich mit meinen Eltern einfach sehr gut und habe in der Heimat alle meine Freunde. Aber der Abschied von zu Hause kam jetzt ja nicht überraschend, ich konnte mich ganz gut darauf vorbereiten. Und als Fußballer ist es ja normal, dass man mal ausbrechen und woanders hinziehen muss.

Sie müssen Ihren Haushalt zum ersten Mal alleine schmeißen.

Das stimmt. Ums Waschen und Kochen werde ich leider nicht herum kommen. Da bin ich noch extrem unerfahren – aber das wird bestimmt mit der Zeit alles kommen.

Wer sind Ihre Vorbilder?

Ich versuche immer, mir von mehreren Spielern etwas abzuschauen. Ich bewundere zum Beispiel Jermaine Jones von Schalke 04 für seinen Willen und seinen Kampfgeist und den Spanier Xavi für seine technischen Fähigkeiten – das ist schon eine ganz schöne Hausnummer. Aber im Moment halte ich Bastian Schweinsteiger für den besten Sechser der Welt. Da kann man sich auch einiges abschauen.
Haben Sie einen Spitznamen?

Mein ehemaliger Trainer bei Darmstadt 98, Kosta Runjaic, hat mich wegen meiner langen Haare immer Locke genannt. Passt ja auch irgendwie. Die würde ich mir auch niemals abschneiden lassen.

Auf was freuen Sie sich neben dem TSV 1860 in München am meisten?

Ich kenne die Stadt noch gar nicht, habe immer nur gehört, dass sie eine unheimlich hohe Lebensqualität bieten soll. Wenn wir mal Spielpause haben, packe ich vielleicht mal die Bretter ein und fahre in die Berge zum Ski fahren. Die sind ja nicht weit weg.

Und was erwarten Sie sportlich von sich?

Ich will ganz klar bei den Löwen Verantwortung übernehmen, mich persönlich weiterentwickeln und Erfolg mit der Mannschaft haben. Mit dem Tore schießen hat es zuletzt ja auch ganz gut geklappt – das will ich natürlich noch weiter ausbauen. Und ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir ganz oben eine wichtige Rolle spielen werden.

 

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