AZ-Interview mit Jan Mauersberger Das blaue Zwischenzeugnis? "Note Zwei plus!"

Seit 2016 spielt Jan Mauersberger für den TSV 1860 - wenn es nach ihm geht, bis an sein Karriereende. Foto: Rauchensteiner / Augenklick

Jan Mauersberger über Sechzigs Zwischenzeugnis, den Machtkampf im Verein, Bierofka und Sticheleien vom FC Bayern: "Ob diese Provokationen notwendig sind, sei dahingestellt".

 

München - Im Interview mit der AZ spricht Löwen-Verteidiger Jan Mauersberger über die Winterpause, die bisherige Regionalliga-Bilanz und seinen ehemaligen Klub, den FC Bayern.

AZ: Herr Mauersberger, nächste Woche geht es für die Löwen in die Winterpause. Sind Sie als Teilzeit-Student noch im Lernstress, wenn die Kollegen ihren Weihnachtsurlaub verbringen?
JAN MAUERSBERGER: Ja, ich muss für mein Studium (Medien- und Kommunikationswissenschaften, d. Red.) tatsächlich noch ein Magazin erstellen, für eine Klausur lernen und eine Hausarbeit schreiben, kurz vor Weihnachten. Daher musste ich auch den Urlaub verschieben.

Wo geht’s denn hin?
Ins Warme! Nach Thailand mit meiner Freundin Janina. Jetzt fliegen wir über Silvester, das ist sicher auch nicht verkehrt.

Vorher müssen Sie mit den Sechzgern ein letztes Heimspiel bestreiten: Heute kommt der SV Schalding-Heining. Wie wichtig wäre ein Sieg, um nach nur zwei Erfolgen aus den letzten sechs Spielen mit einem guten Gefühl die stade Zeit zu gehen?
Wir wollen immer gewinnen, erst recht im letzten Heimspiel des Jahres. Ich hoffe, da wird noch nichts besinnlich und wir können für einen versöhnlichen Abschluss sorgen – für uns und für unsere Fans. Dann wird auch die Vorbereitung auf die restliche Rückrunde harmonischer. Aber ich bin zuversichtlich, denn wir haben zuhause meistens gut ausgesehen und nur ein Spiel verloren.

Besagte Pleite setzte es ausgerechnet gegen Ihren Ex-Klub, die Bayern…
Wir hätten auch da nicht verlieren müssen, hätten wir unsere Chancen reingemacht. Das lässt sich leider nicht mehr ändern.

Die kleinen Bayern haben ihr Nachholspiel gegen den TSV Buchbach mit 4:0 gewonnen. Spüren Sie den "heißen Atem", von dem Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge kürzlich sprach?
Wir haben sie als Konkurrenten auf dem Zettel, wie unsere anderen Verfolger auch. Ich denke, wir fahren gut damit, irgendwelche Kommentare von der Säbener Straße nicht zu bewerten. Wir befinden uns in einer Situation, in der wir viel einstecken müssen. Ob dann Provokationen von den Bayern notwendig sind, sei dahingestellt. Wichtig ist: Der Platz an der Sonne ist nicht dazu da, um sich auszuruhen. Wir dürfen uns nicht zurücklehnen, das wäre fatal. Aber wer Daniel Bierofka kennt, der weiß: Das lässt er gar nicht zu! (lacht)

Die Frage nach Winter-Transfers stellen wir Ihnen lieber nicht, oder? Kürzlich hatten Sie erklärt, dass zu viele Neuzugänge das Mannschaftsgefüge stören würden – und von Bierofka eine Abmahnung bekommen.
Er hat auch Recht damit, dass das nicht meine Baustelle ist. Wenn man auf die Tabelle schaut, war die Transferpolitik ohnehin perfekt. Ich glaube, er wird auch jetzt die richtige Entscheidung treffen.

Wo Sie es schon ansprechen: Sie sind Spitzenreiter, stehen als Winter-Meister fest. Welche Note gibt’s für das blaue Zwischenzeugnis?
Luft nach oben gibt es immer, aber eine Zwei kann man schon vergeben – Zwei plus! Auch, was der Biero geleistet hat, ist kaum in Worte zu fassen: Er hat sportlich und charakterlich eine Top-Mannschaft aufgestellt. Nach dem, was im Sommer passiert ist, war das alles andere als selbstverständlich. Wir haben es auch geschafft, die Fans mitzunehmen. Die Atmosphäre im Grünwalder ist atemberaubend. Und wie sie zuletzt gefeiert haben: in Burghausen, obwohl wir verloren haben. Oder gegen Buchbach, als der Strom ausfiel – das geht unter die Haut und macht mich stolz, für Sechzig auflaufen zu dürfen.

Bierofka hat kürzlich vom Verein gefordert, eine Perspektive aufzuzeigen, die wegen des Machtkampfes zwischen Vereinsbossen und Investor Hasan Ismaik längst nicht geklärt ist.
Ich habe noch Vertrag bis 2019. Natürlich wäre es schön, wenn der erfüllt wird. Ich vertraue auf die Vereinsführung und darauf, dass wir so professionell weiterarbeiten können wie zuletzt. Man muss aber auch Respekt vor dem großen Ganzen haben. Jeder weiß, dass man hier etwas zurückstecken muss.

In einem Interview mit fussball.de haben Sie erklärt, sich bei 1860 Ihr Karriereende vorstellen zu können.
Stimmt. Muss ja nicht gleich morgen sein. Auch, wenn ich meine zweite Karriere bereits plane: Ich fühle mich fit, würde gerne noch ein paar Jahre spielen. Danach wäre es toll, hier bei Sechzig zu sagen: Das war’s.

Lesen Sie hier: 15.000 plus X im Grünwalder? Das sagt Daniel Bierofka über den Stadionausbau

 

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